Critchett (George), berühmter engl. Augenarzt, geb. 1817 in London, studierte in dem London-Hospital besonders die wundärztliche Praxis. Er wurde 1839 zum Mitglied, 1844 zum Fellow des College of Surgeons befördert und wirkte seit 1845 als Demonstrator der Anatomie, seit 1846 als Assistenzwundarzt und seit 1861 als Hauptwundarzt an dem London-Hospital, in welchen Stellungen er als geschickter Operateur bedeutendes Ansehen gewann. Mit Vorliebe widmete er sich zugleich an dem Moorfields Eye-Hospital in London augenärztlichen Operationen, und dieser Teil seiner Praxis wurde endlich für ihn von so überwiegendem Interesse, daß er 1863 sein Amt an dem London-Hospital aufgab und fortan ausschließlich als Augenarzt wirkte. Nachdem er zwei Jahre Präsident der Hunterschen Gesellschaft gewesen, wurde er 1876 als Nachfolger Hulkes zum Augenarzt und Professor der Augenheilkunde im Middleser-Hospital ernannt. Hier befestigte er vollends seine Stellung als einer der vorzüglichsten zeitgenössischen Augenärzte. Das Geschick und die Genialität seiner Operationen bezeichnete einen wesentlichen Fortschritt auf diesem Gebiete der ärztlichen Kunst und erwarb ihm einen europ. Ruf. In der Lancete veröffentlichte er 1854 „A course of lectures on diseases of the Eye; 1856 die Abhandlung Extraction of Cataract in cases of closed and adherent pupilo. Auch erschien von ihm in den &Ophthalmic Hospital Reports): A new method of forming an artificial pupil by tying the Iris or Iridesisp. Er starb 1. Nov. 1882. Erivelli (Carlo), ital. Maler des 15. Jahrh., zum Teil mit der Venetianischen Schule, zum Teil mit jener von Ancona und Macerata zusammenhängend. Seine Werke finden sich in mehrern tädten Italiens, am zahlreichsten in Ascoli, wo er sich niederließ. Auch die Galerien der Brera zu Mailand, das berliner Museum und das Städelsche Institut zu Frankfurt besitzen Bilder von seiner Hand. Sie sind in Tempera mit feinen Strichen gemalt und die kleinern unter ihnen mit lieblichen Landschaften geziert. Er liebt eine prunkvolle Auszierung der Gemälde mit vergoldeten, selbst plastischen Guirlanden, Heiligenscheinen u. dgl. C. muß sehr alt geworden sein, da man weiß, daß er noch um 1493 arbeitete, während eine Madonna mit dem Kinde in der Brera, sowie sein eigenes Bildnis ebendaselbst die Jahreszahl 1412 tragen.