Damhirsch oder Damwild (fälschlich oft Dammhirsch genannt), bildet eine Gruppe der Gattung Hirsch (Cervus). Bei ihr ist die Stange des Geweihes rund und trägt gerade über dem Auge eine nach oben gekrümmte Augensprosse; die Enden sind schaufelförmig, breit und handförmig-vielendig. Zu ihr gehört der gemeine D. (C. Dama), welcher unter den in Europa vorkommenden Hirscharten der zierlichste ist und das mittlere und südl. Europa, Nordafrika und Westasien bewohnt, jetzt aber in Schweden, Deutschland, Frankreich und England, in welchem letztern Lande er besonders zahlreich gehegt wird, nur noch in geschlossenen Parks vorkommt. Er scheint sich von den Mittelmeerländern her allmählich weiter verbreitet zu haben. Im Sommer ist er rotbraun und weiß gefleckt, im Winter einfarbig braun, am Vorderhals, Seiten und Schenkeln heller, am Bauche dunkler gefärbt. Die Hinterbacken sind weiß und zeigen gleichsam eine durch zwei schwarze Streifen eingefaßte Scheibe, von den Jägern „Spiegely genannt. Es gibt außer der gefleckten und 36156 braunen Spielart auch noch schwarze, strohgelbe, rotgelbe, graue und andere Varietäten, namentlich auch weiße mit roten Augen. Ausgewachsen ist der D. 1,6 m lang und an der Schulter gegen Im hoch. Die weiblichen Kälber werden bis zum zweiten Dropahmn Schmaltiere genannt. Die Hirschkälber bekommen im zweiten Jahre Spieße, im dritten Jahre die ersten Geweihsprossen und erhalten erst im fünften Jahre das vollständige Geweih, wo sie dann Schaufler heißen. Der D. hat keine Eckzähne und eine unbehaarte Schnauze. Er frißt dünne Zweige und benagt im Winter die Rinde junger Bäume besonders aber liebt er Roßkastanien, Eicheln, wildes Obst und ganz vorzüglich die gemeine Mispel. Im Mai bis Juni wird das Geweih Obgeworlen, welches bis zum Oktober wieder ersetzt ist. Das Fleisch des D. ist von vorzüglichem Geschmack. Eine andere Art dieser Gruppe bildet der Riesen-Damhirsch (C. megaceros), welcher aber ausgestorben ist und in Nordeuropa und auf den brit. Inseln, und zwar besonders häufig in Irland, nur noch Iu in Torfmooren angetroffen wird. Er ist durch seine bedeutende Größe und ungeheuern Geweihe sehr ausgezeichnet, denn ein vollständiges Skelett, wie man solche jetzt in vielen Museen hat, mißt von der Nase bis zum ersten Schwanzwirbel fast m und ist in der Mitte des Rückens 2 m hoch. Die Enden der beiden Geweihe, von denen das einelne Zm ulang ist, stehen Zm voneinander ab. Der tiesen-D. lebte unzweifelhaft noch mit dem Menschen in seinen heimatlichen Gegenden und wurde von demselben gejagt.