Damiani (Petrus), bekannt als strenger Ascet und gewaltiger Streiter für eine Reform der Kirche im Geiste Gregors VII., geb. 1007 zu Ravenna, ward durch seinen ältern Bruder Damianus (nach welchem er sich deshalb nannte) in den Stand gesetzt, in Ravenna, Faenza und Parma sich den Studien zu widmen. Nachdem er kurze Zeit zu Ravenna mit großem Erfolg als Lehrer gewirkt hatte, trat D. 1035 in das Eremitenkloster zu Fonte-Avellana und that sich hier in Ascese und Geißelung so l hervor, daß er zum Prior, später zum Abt gewählt wurde. Bald wurden auch mancherlei Wunderthaten von ihm erzählt und D. als Hauptvertreter der strengsten Mönchszucht hoch geehrt. Im Liber Gomorrhianuso entwarf D. eine strafende Schilderung der unnatürlichen Laster des ital. Klerus und forderte die Ausschließung aller, welche damit behaftet seien. Die Vorgänger Gregors VII., die Päpste Leo IX., Victor II. und Nikolaus II., benutzten deshalb den großen Einfluß Dis zur Vorbereitung einer Kirchenreform. Wider seinen Wunsch 1058 zum Bischof von Ostia ernannt und an die Spitze des Kardinalkollegiums gestellt, hat D. als Legat für Mailand 1059 den Klerus Oberitaliens reformiert, als Legat für die Synode zu Mainz 1069 die Ehescheidung Heinrichs IV. gehindert und 1071 die schismatische Kirche von Ravenna zum Gehorsam gegen den päpstl. Stuht zurückgeführt. Er starb zu Faenza 23. Febr. 1072. Seine Schriften sammelte Constantinus Cajetanus von Montecassino (4 Bde., Rom 1606; am vollständigsten Vened. 1743). Vgl. Vogel, «Peter D.“ (Jena 1856); Capecelatro, „San Pier D. e suo tempov (2 Bde., Flor. 1862); Neukirch, Das Leben des Petrus D.» (Gött. 1876). Damianus, s. Cosmas und Damianus.