FeedDampierre (Henri Duval, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Dampierre (Henri Duval, Graf), österr. General, geb. 1580 auf Schloß du Hans im franz. Marne-Departement, trat jung in den kaiserl. Militärdienst, focht als Oberst unter General Basta gegen die Türken und brachte 1604 Bethlen Gabor an der Temes eine Niederlage bei. Im folgenden Jahre verteidigte D. Gran hartnäckig, mußte die Festung, deren Besatzung meuterte, jedoch den Türken schließlich übergeben. Nach dem Frieden kämpfte er gegen die Venetianer mit Auszeichnung und führte, als gegen Ende der Regierung des Kaisers Matthias die böhm. Unruhen ausbrachen, ein kaiserl. Korps nach Böhmen. Er nahm zwar Bistritz ein, belagerte jedoch vergeblich Neuhaus und wurde bei Czaslau vom Grafen Thurn geschlagen. Dagegen siegte er über Graf Mansfeld bei Thein und brachte dem vom Grafen Thurn und Bethlen Gabor belagerten Wien Entsatz. D.s Kürassiere, geführt von dem alten Arsenalhauptmann Gilbert de Santhelier, befreiten den in seiner Hofburg durch die prot. Stände schwer bedrängten Kaiser Ferdinand II. D. wandte sich hiernach nach Mähren, eroberte Schloß Jassowitz, belagerte vergeblich das Schloß von Nikolsburg, schlug jedoch 1620 ein dreimal stärkeres böhm. Heer. An der Spitze von 10000 Mann kaiserl. Truppen nach Ungarn gesendet, schlug er eine Heeresabteilung Bethlen Gabors und fiel bald darauf, 9. Okt. 1620, beim Sturme auf das feste Schloß Preßburg. Vgl. von Janko, Dampierres (Wien 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 835Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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