FeedDausch (Konstantin)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Dausch (Konstantin), Bildhauer, geb. zu Waldsee in Schwaben 30. Nov. 1841, begann als Handwerker in seinem Fache, als Steinmetz. In diesem Gewerbe thätig, durchwanderte er Bayern und einen Teil der Schweiz, stets lernend und nach höhern Kunstzielen strebend. In München kam er an die Kunstgewerbeschule und arbeitete gleichzeitig bei dem Bau am dortigen neuen Rathause. Endlich gelang es ihm, von seiten der Regierung seines Vaterlandes ein Stipendium zu erhalten, welches ihm möglich machte, 1869 nach Rom zu gehen wo er sich dauernd niederließ. Seine Thätigkeit ist eine sehr fruchtbare: zahlreiche Gruppen meist mytholog.⸗ poetischen Gegenstandes, Porträtbüsten entstanden in seinem Atelier, im J. 1873 für die wiener Weltausstellung auch die Gipsgruppe: Simson und Delila, wofür der Künstler prämiiert wurde. Andere seiner, meist für Deutschland geschaffenen Arbeiten, sind Hercules mit dem Centaur, Siegfried mit dem Drachen, die großen Gruppen Alter und Jugend. tien nach England und Rußland hat D. manches geliefert. Trotz so mannigfaltiger Beschäftigung befand sich D. doch in ziemlich dürftigen Verhältnissen, bis einige Kunstfreunde aus Bremen ihn auf die reichlichste Art unterstützten. Sein jüngstes Werk, die Marmorgruppe der Charitas, welches er dem bremer Kunstverein widmete, war der Dank des Künstlers. D. huldigt der idealen Richtung und versteht es, bei großer Wahrheit seiner Gestalten die schöne Form meisterhaft zu wahren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 908Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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