FeedDavid (Jéröme Frédéric Paul, Baron)
GeschichteBrockhaus 1882

David (Jéröme Frédéric Paul, Baron), bonapartistischer Staatsmann, geb. 30. Juni 1823 zu Rom, Enkel des vorigen, trat 1844 als Unterlieutenant unter die Zuaven. Im J. 1846 zum Vorsteher eines Bureau arabe ernannt, wurde er nacheinander den Generalen Cav Murie Ladmirault und dem Generalgouverneur Marschall Randon beigegeben, welcher letztere ihn 1852 zum Kommandanten des Militärkreises der Beni-Mansurs in der Kabylie ernannte. Zum Ordonnanzoffizier des Prinzen Napoleon (1853) befördert, machte er als Ragge den Krimkrieg mit und nahm 1857 mit dem ange eines Kapitäns seinen Abschied aus der Armee. Als Maire der Stadt Langon und Mitglied des Generalrats im Depart. Gironde, wurde er 1859 im ersten Wahlkreise dieses Departements als offizieller Kandidat in den Gesetzgebenden Körper ewählt, dem er seitdem ununterbrochen angehörte, 0 1867 als Vizepräsident. Ein blinder Anhänger es zweiten Kaiserreichs, spielte er in dem Gesetzebenden Körper eine hervorragende Rolle. Beim usbruch des Kriegs zwischen Deutschland und Frankreich zog D. mit dem Kaiser ins Feld und war bei der ersten Niederlage der franz. Armee bei Weißenburg zugegen. Nach Paris zurückgekehrt, um seinen Sitz in der eilig zusammengerufenen Kammer zu nehmen, war er in der Sitzung vom 9. Aug. 1870 einer der Hauptunterstützer des Duvernoisschen Antrags, der das Ministerium Ollivier zum Rückzuge zwang. In dem darauf vom Grafen Cousin-Montauban gebildeten Ministerium übernahm er das Portefeuille der öffentlichen Arbeiten. Der Sturz des Kaisertums nach der Kapitulation von Sedan beseitigte ihn; doch wurde er bei den Wahlen von 1876 und 1877 im Arrondissement Bazas (Depart. Gironde) in die Deputiertenkammer gewählt; bei den Wahlen vom 21. Aug. 1881 aber trat er nicht als Kandidat auf. Er starb 28. Jan. 1882 zu Langon in der Gironde. D. veröffentlichte Réflexions et discours sur la propriété chez les Arabeso (Bordeaux 1862), KActualités et souvenirs

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 913Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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