FeedDejotärus
GeschichteBrockhaus 1882

Dejotärus, in dem letzten Jahrhundert v. Chr. Geburt einer der Tetrarchen oder Vierfürsten in dem kleinasiat. Galatien (aus dem Stamm der Tolistobojer), erhielt wegen der wichtigen Dienste, die er den röm. Feldherren in den asiat. Kriegen (seit 92 v. Chr.) geleistet hatte, vom röm. Senat den Königstitel und zu seinem Fürstentum die Herrschaft über Kleinarmenien. Im Bürgerkriege nahm er Partei für Pompejus, unterwarf sich aber sodann nach der Schlacht bei Pharsalus, an welcher er selbst mit 600 Reitern teilgenommen hatte, dem Cäsar. Als der letztere nach dem Alexandrinischen Kriege nach Asien kam, um gegen den Sohn des Mithridates, Pharnakes, der in Kleinarmenien und Kappadocien eingebrochen war, selbst zu kämpfen, nachdem Cäsars Feldherr Gnäus Domitius Calvinus, von D. unterstützt, nichts ausgerichtet hatte, verzieh er zwar dem greisen Tetrarchen die Verbindung mit Pompejus, gab ihm jedoch nach der Besiegung des Pharnakes das von diesem eroberte Kleinarmenien nicht zurück und entzog ihm auch die Tetrarchie der Trokmer, die D. in widerrechtlichem Besitz hatte. Indessen behielt D. die königl. Würde und erhielt auch einen Teil des von Pharnakes eroberten Gebiets. Zwei Jahre nachher, 45 v. Chr., ward D. von seinem Enkel Castor bei Cäsar eines Versuchs gegen dessen Leben angeklagt und von Cicero in einer noch erhaltenen Rede verteidigt. Nach Cäsars Tode, 44 v. Chr., nahm D. wieder die früher besessenen Länder ein und wurde in deren Besitz durch Antonius den er erkauft hatte, bestätigt. Doch verband er sich bald darauf mit Brutus. Seine Truppen fochten mit in der Schlacht bei Philippi, gingen aber nach des Cassius Tode zu Antonius und Octavian über. D. starb im J. 40 v. Chr.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 4Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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