FeedDekan
ReligionBrockhaus 1882

Dekan (at. Decanus, frz. Doyen, engl. Dean, s. d.) bezeichnete bei den röm. Heeren der spätern Zeit einen uuch ur von zehn Mann, im kirchlichen Sprachgebrau Dle Vorstch einen Aufseher von je zehn Mönchen. Die Vorsteherin von zehn Nonnen heißt Dekanin (Decanissa). Später wurde D. oder Dechant die Bezeichnung eines höhern kirchlichen Würdenträgers. Insbesondere nennt man so den Vorsteher eines Domkapitels oder Kollegiatstiftes. Derselbe hat die innern Angelegenheiten des Kollegiums zu uuch dem und zu leiten, und folgt unmittelbar nach dem Bischofe (Domdech ant). Im Kardinalkollegium führt der älteste Kardinalbischof den Titel Kardinaldekan. Bei der Landgeistlichkeit sind die Landdechanten Aufseher und Vorsteher ihres Bezirks; auch fuhren in einigen Ländern die evang. Superintendenten den Titel D. Auf den Universitäten heißen D. diejenigen Professoren, welche die Geschäfte der Riatentw kultäten zu leiten haben. Ihr Amt wechselt entweder nach der Reihe oder nach der Wahl der Mitglieder.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 4Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 10

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6