FeedDes Cloizeaux (Alfred Louis Olivier)
NaturlehreBrockhaus 1882

Des Cloizeaux (Alfred Louis Olivier), hervorragender franz. Mineralog, geb. 17. Okt. 1817 zu Beauvais im Depart. Oise, wurde zuerst Repetent an der Kunst⸗ und Gewerbeschule, dann an der Normalschule in Paris, darauf Professor an der Sorbonne, zugleich Mitglied der pariser Akademie. Sein Hauptverdienst liegt in der äußerst sorgfältigen Erforschung der krystallographischen und optischen Verhältnisse einer großen Menge von Mineralien; so hat er für viele derselben die ersten, für andere die besten und zuverlässigsten Messungen der Krystallwinkel, der Winkel und Lage der optischen Achsen gegeben und namentlich auch mit zuerst gezeigt, wie die optischen Beziehungen zur Feststellung der Krystallsysteme verwandt werden können. über die Dispersion der Rater Achsen in ihren verschiedenen Modalitäten hat er gleichfalls grundlegende Beobachtungen ausgeführt. Quarz, Calcit, Axinit, Wöhlerit, Hureaulit, Tephroit, Zoisit, Zinnober (an welchem er die Cirkularpolarisation auffand), Jodsilber, Kryolith, Wolframit, Uranit, Adamin, Amblygonit, Homilit, Humit, Orthit, Hypersthen, Harmotom sind einige der Mineralien, zu deren genauer Kenntnis er wesentlich beigetragen hat. Großes Interesse erregte 1876 seine Entdeckung des Mikroklins, des triklinen Kalifeldspats. Außer zahlreichen Mitteilungen in Zeitschriften veröffentlichte er: Nouvelles recherches sur les propriétés optiques des cristauxo (Par. 1867) und das ausgezeichnete, noch nicht vollendete Manuel de minéralogier (Bd. 1, Par. 1862; Bd. 2, Heft 1, 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 80Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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