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ErdkundeBrockhaus 1882

Desenzano, Stadt in der ital. Provinz Brescia am südwestl. Ufer des Gardasees, 64 m über dem Meere, herrlich gelegen, Station der Eisenbahn Verona-Brescia und der Dampferlinie D.⸗Calo-Gargnano-Riva. Der Ort besitzt ein altes Schloß, ein Gymnasium, ein Theater, mehrere Kirchen und zählt (1881) 4220 E. Der Hafen ist der wichtigste am Südende des Sees und hat bedeutenden Getreideverkehr mit Tirol. Sehenswert ist der aus rotem veroneser Marmor erbaute, 15 Bogen zählende, 400 melange Bahnviadukt der Stadt. Ungefähr 5 km östlich von D. ragt in den See die 4km lange, kaum 1 km breite Halbinsel Sermione, welche das Südende desselben in die beiden Becken von D. und Peschiera (s. d.) teilt, das alte Sirmio, von Catull besungen, von dessen Landhaus die am nördl. Ende liegenden Gewölbe «Grotte di Catullov überreste sein sollen. Am Westufer der Halbinsel, welche wie D. eine prachtvolle Aussicht auf den See und seine Randgebirge gewährt, erhebt sich eine mächtige vieltürmige Burg (Castello), im 14. Jahrh. von den Scaligern von Verona erbaut.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 80Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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