Diarchie (grch.), das gleichzeitige Herrschen von Zweien, entweder als Nebenregenten, wie die Könige in Sparta, oder als Gegenregenten (Gegenkaiser, Gegenpäpste). Direésis (grch., d. h. Teilung) nennt man in der Grammatik die Auflösung eines Diphthongen in zwei Einzelvokale, z. B. Orpheus in Orpheéus. Die Form mit aufgelösten Diphthongen ist spracheeschichtlich meist die ursprünglichere, aus der die Form mit Diphthong erst durch Kontraktion entstand, z. B. lateinisch Coepi aus coëpi (ich fing an). Man bezeichnet die D. durch zwei übergesetzte Punkte, puncta diaereseos, die als Lesezeichen verhindern sollen, daß man zwei nebeneinander stehende Vokale, von denen jeder eine Silbe ausmacht, als Diphthong liest, z. B. Reimpression (d. i. Wiederdruck). In der Mettrik ist D. eine bestimmte Art der Cäsur; in der Rhetorik der Teil der Rede, in dem die Einteilung der Rede vorläusig angegeben wird.