Dichroismus bezeichnet die I mancher farbigen, optisch einachsigen rystalle, zwei verschiedene Farben im durchfallenden Lichte zu zeigen, je nachdem das Licht parallel zur Achse oder senkrecht dazu durch den Krystall gegangen ist. Im ersten Falle durchdringt das Licht die beiden Grundflächen, die man sich senkrecht zur Achse gelegt denten kann, und die entsprechende Färbung heißt Basisfarber; im zweiten Lichr spricht man von der (Achsenfarbev. Zu den dichroitischen Krystallen gehören viele Turmalinarten, deren beiderlei Farben sehr verschieden sind; so z. B. zeigt nach Haidinger eine Turmalinvarietät aus Sibirien die Basisfarbe schwarz, die Achsenfarbe ölgrün, während jene bei einem Turmalin aus Brasilien indigblau, diese blaß-berggrün erscheint. Am auffallendsten tritt der D. am Pennin hervor, wo die Basisfarbe blaugrün, die Achsenfarbe braungelb ist. Der D. ist die den e einer ungleich starken Absorption der verschie ern Strahlen nach je andern Richtungen. Zerlegt man die Achsenfarbe mittels der von Haidinger erfundenen dichroskopischen oder dichroitischen Lupe, deren wesentlichster Teil ein langer Kalkspatrhomböder ist, welcher in einer eigentümlichen Hülse gefaßt wird, so erscheint jene Seanfen zerlegt in die ordentlich gebrochenen Strahlen mit der Basisfarbe und in die außerordentlich gebrochenen Strahlen mit der Achsenfarbe. Um also die Basisfarbe zu erfahren, braucht man keine senkrecht zur Achse geschnittene Krystallplatte, sondern man kann sie mittels der dichroskopischen Lupe an einer parallel zur Achse geschliffenen Krystallplatte Turmalin, Rauchtopas, Rubin, Beryll, Apatit, Zirkon u. a. m.) erkennen. Dem D. analgge Erscheinungen zeigen farbige, optisch zweiachsige Krystalle, nur erscheinen sie in dreierlei Farben, und zwar je nach den drei Hauptdigten durchsale (a, b, c), mittels des parallel mit diesen durchfallenden Lichis, verschieden. So z. B. erscheint der Axinit im durchfallenden Lichte nach der Richtung a perlgrau, nach b olivengrün, nach o zimtbraun. Diese Farben sind Mischfarben und werden mit Hilfe der dichroskopischen Lupe so zerlegt, daß die Farbe von a sich in jene von b und e trennt; ferner die Farbe von b in jene von a und ac auflöst u. s. w. Weil demnach farbige zweia sioe Krystalle in drei verschiedenen Farben nach den drei verschiedenen Hauptrichtungen, und nach Zwischenrichtungen auch noch in andern Farben, bei durchfallendem Lichte, wahrgenommen werden, K bezeichnet man nach Haidinger, der diese Stuien zuerst eingehender betrieben hat, die hierher Pleoch orscheinung als Trichroismus oder Pleochroismus.