FeedAhaus
ErdkundeBrockhaus 1882

Ahaus, bisweilen auch Aahaus, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Münster, an der in die Ysel mündenden Aa und der Dortmund-Enscheder Eisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat ein schönes Schloß der Fürsten von Salm und zählt (1880) 1735 E., welche Seiden- und Leinweberei sowie Tabaksfabrikation treiben. In der Umgebung befinden sich Raseneisensteinlager und viele Kalköfen. Am 13. Okt. 1863 wurde A. fast vollständig durch eine Feuersbrunst in Asche gelegt. Die Herrschaft A. gehörte im Mittelalter dem reichen Dynastengeschlecht A. (Nahaus, niederländ. Nahuys), wurde aber 1400 an das Hochstift Münster verpfändet, 1406 an dasselbe verkauft und kam durch Reichsdeputationshauptschluß von 1803 zur Entschädigung für die überrhein. Verluste an die Fürsten von Salm-Salm und Salm-Kyrburg, welche 12. Juli 1806 dem Rheinbunde beitraten. Nachdem hierauf die fürstl. Salmschen Besitzungen seit 28. Nov. 1811 einen Teil des franz. Depart. Lippe gebildet, gelangten dieselben 1815 an Preußen, worauf sie unter die Kreise A., Borken, Koesfeld und Reckling⸗ —0 verteilt wurden. — Der Kreis A. zählt 1880) auf 683 qkm 35 647 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 264Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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