Dionysius (grch. Dionysios) der Altere, schwang sich 405 v. Chr. aus niederm Stande zum obersten Feldherrn und kurz darauf zum Tyrannen von Syrakus empor. Die vor den siegreichen Karthagern — Syrakus geflüchteten Agrigentiner maßen nämlich nach der Einnahme ihrer Stadt durch die Karthager (406) der Schlaffheit der ihnen zu Hilfe geschickten syrakusanischen Feldherren die Hauptschuld an dem Fall ihrer Stadt bei. D. klagte die letztern vor dem Volke der Verräterei an und brachte es dahin, daß das erzürnte Volk andere Heerführer wählte, unter denen er selbst war. Bald aber wußte er auch diese zu verdächtigen und ward zum Oberfeldherrn ernannt. Als solcher erlangte er, da alles in ihm den Retter vor den Karthagern zu sehen glaubte, mit Hilfe der gewonnenen Truppen und des Volks, in seinem 25. Jahre die Tyrannis Hng mit der in der er sich durch Vermählung mit der Tochter des verstorbenen, seiner Zeit hoch angesehenen Hermokrates vermählte. Nachdem er zwei Empörungen unterdrückt, 404 durch die Pest unterstützt die Karthager zum Cieiter bestimmt, dann auch mehrere griech. Städte iciliens unterworfen und die Allianz der Spartaner gewonnen hatte, rüstete er sich zu einem großen Kriege gegen die Karthager. Das Waffengluck, das ihn anfangs (397Vbegünstigte, wendete sich aber bald zu seinem Nachteil. Schon wurde er von Himilko 396 in Syrakus selbst belagert, als die Pest unter den Feinden große Verheerungen anrichtete. D. überfiel 395 die dadurch erschöpften Karthager zu Lande und auf der See und trug einen vollständigen Sieg davon, dem 392 nach einem neuen Mißerfolg der Karthager ein vorteilhafter Friede folgte. Auf einem seiner seit 390 nordwärts gerichteten Feldzüge in Unteritalien eroberte er 387 nach elfmonatlicher Belagerung die Stadt Rhegium, die er schon früher mehrmals vergebens angegriffen hatte, und 379 Kroton. Seitdem übte er auf die griech. Städte Unteritaliens bedeutenden Einfluß, und den Flotten herrschten auf den Italien umgebenen Meeren. Nicht minder als im Kriege wollte er auch als Dichter glänzen. Er wagte es sogar, bei den Olympischen Spielen um den Preis zu ringen, und schickte zu dem Ende 388 eine Gesandtschaft und außer prachtvollen Gespannen Rhapsoden, die besten Sänger, dahin, die seine Gedichte vortragen Dichter aber es nicht verhindern konnten, daß der ichter schimpflich verhöhnt wurde. Im J. 383 befand er sich abermals mit Karthago in Krieg, und endlich 368 fing er einen neuen, seinen letzten Krieg mit den Karthagern an, diesmal mit dem Plane, sie ganz aus Sicilien zu vertreiben, starb aber, bevor er seine Absicht erreichen konnte, 367. Auf die r Preis daß einem seiner Trauerspiele zu Athen der Preis zuerkannt worden, hatte er prächtige Gastmähler veranstaltet und sich bei denselben o übernommen, daß er krank ward; die Arzte gaben ihm auf seinen Wunsch einen Schlaftrunk, von dem er nicht wieder erwachte. Unmenschliche Grausamkeit, die durch ein grenzenloses Mißtrauen gesteigert ward, befleckt das Andenken des D., dem übrigens polit. Klugheit, unermüdliche Thätigkeit im Staats- und Kriegswesen und erhebliche Erfolge nicht abgesprochen werden dürfen.