FeedDiptéros (grch.)
BaukunstBrockhaus 1882

Diptéros (grch.), doppelsäulig, Bezeichnung für ein Gebäude von zweifacher Säulenstellung; daher Dipteraltempel, dipterale Anlage. Diptryx nannte Schreber eine im tropischen Südamerika heimische Baumgattung aus der Familie der Leguminosen. Ihre wenigen Arten haben gefiederte Blätter, traubig angeordnete Blüten mit kreiselförmigem, fundihaeher Kelch, dessen beide obern Zipfel groß und flügelförmig sind (daher der Name D., Doppelflügel), und längliche, einsamige Steinfrüchte. Letztere enthalten einen Conversations-Lexikon. 13. Aufl. V. einzigen Samen mit harter Schale, dies N. Tonkabohne (Paba oder Semen Tonco). Man unterscheidet im Handel zwei Sorten, die holländ. und engl. Tonkabohnen. Erstere kommen von der in den Wäldern Guignas wachsenden D. odorata Willd., einem stattlichen, 20 —25 m hoch werdenden Baume mit grauweißer, glatter Rinde 5 langen Blättern, deren Blattstiel geflügeit ist, bioleten Blütenrispen, rötlichen Kelchflügeln, violetten Blumenblättern und ovallänglichen Steinfrüchten; letztere sollen von der in Cayenne einheimischen D. oppositifolia Willd. herrühren. Die holländ. Tonkabohnen sind länglich, etwas plattgedrückt, bis 5 em lang, mit netzrunzeliger schwarzer Haut bedeckt, gewürzhaft wohlriechend und aromatisch bitter, etwas scharf schmeckend, die englischen kleiner. Ihr Wohlgeruch und gewürzhafter Geschmack rührt von Cumarin (s. d.) her, das sich ziemlich reichlich in den Geweben der Bohnen vorfindet und beim Eintrocknen derselben zwischen der Samenschale und den Kotyledonen auskrystallisiert. Wegen ihres Gehalts an Cumarin werden die Tonkabohnen vielfach zur Herstellung von Parfümerien verwendet; auch benutzt man sie zur Fabrikation von Maitrankessenzen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 385Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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