FeedDiptöton (grch.)
ReligionBrockhaus 1882

Diptöton (grch.), in der Grammatik ein Defek-Blättern) hießen in der alten Kirchensprache die Verzeichnisse der Personen, für welche kirchlich gebetet wurde. Dieselben zerfielen in ein Verzeichnis der Lebenden und ein Verzeichnis der Verstorbenen. Ursprünglich (schon im 2. Jahrh.) enthielten sie die Liste derer, welche Brot und Wein zur Abendmahlsfeier geliefert hatten, später nahm man die Namen auch von andern Wohlthätern der Kirche, von Bischöfen, Märtyrern, Kaisern u. s. w. auf. Die Auslöschung eines Namens aus den D. bedeutete die Aufhebung der Kirchengemeinschaft mit ihm. Die öffentliche Verlesung der Namen findet noch beudin der griech. und armen. Kirche statt, in der abendländischen ist sie seit dem 12. Jahrh. in Wegfall gekommen. Die D. sind zum Teil auch kunstgeschicht lich bedeutsam durch die auf ihnen angebrachten bildlichen Darstellungen. [Furien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 385Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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