Dol (de Bretagne), Stadt im franz. Depart. Illezet-Vilaine, Arrondissement St.⸗Malo, 24 km im SO. von diesem Orte, an dem in die Bai von Mont-⸗St.⸗Michel mündenden Quiou und an den Linien Rennes-St.⸗Malo und St.⸗Lo-Lamballe der franz. Westbahn, hat eine schöne Kathedrale aus dem 12. und 13. Jahrh., Ruinen einer Abtei, ein Collége, Gerberei und Branntweinbrennereien und zählt (1876) 3517, als Gemeinde 4443 E. Ein im 12. Jahrh. angelegter, 36 kmlanger Damm schützt gegen die Einbrüche des Meeres den 15000 ha mit 23 Gemeinden einnehmenden Marais de Dol, aus welchem nur im N. von D. der 65 m hohe Granithügel Mont-Dol hervorragt. In der zweiten Hälfte des 6. Danrh. ließ sich hier, im Pagus Domnonia von Britannia minor, der Inseleremit St.⸗Samson nieder; um sein Grab und die alsbald —1— entstandene Abtei Dolum Ies sich im 9. Jahrh. ein Städtchen gebildet, welches bis auf die Zeit der Revolution Bischofssitz war und in lat. Urkunden des Mittelalters unter dem Namen Dolus (im Pagus Dolensis) erscheint. Dolabella war der unterscheidende Beiname eines Zweigs des patricischen cornelischen Geschlechts. Bekannt sind besonders folgende Glieder dieses 5 hr Publius Cornelius D., welcher 283 v. Chr. als Konsul die keltischen Senonen besiegte. Gajus D., der Gemahl von Ciceros Tochter Tullia, war geboren 69 v. Chr., befehligte als Parteigänger Cäsars im Bürgerkriege 49v. Chr. eine Flotte, verlor aber den größten Teil seiner Schiffe und mußte fliehen. Im J. 48 v. Chr. ließ er sich von einem Plebejer adoptieren, um Volkstribun werden zu können. Als solcher nahm er die Gesetzesvorschläge des Prätors Cälius über Zinsen- und Schuldenerlaß wieder auf, was zu ernstlichen Unruhen führte. Als Cäsar zurückkehrte, erlangte er dessen Verzeihung und begleitete ihn in den Krieg nach Afrika und Spanien. Nach der Ermordung Cäsars trat er anfangs auf die Seite der Verschworenen, ließ sich dann aber von Antonius gewinnen, welcher einwilligte, daß D. gemeinsam mit ihm das Konsulat bekleide und sich die Statthalterschaft von Syrien, die Cassius zugeteilt war, vom Volke übertragen lasse. Ende des in ging er nach Asien ab, überrumpelte zunächst in Smyrna den Statthalter der Provinz, Gajus Trebonius, einen Parteigänger des Cassius, und tötete ihn, worauf er vom Senat für einen Feind des Staates erklärt wurde. In Syrien konnte D. jedoch gegen Cassius nichts ausrichten und gab sich, von diesem in Laodicea eingeschlossen, im Juni 43 v. Chr. selbst den Tod. Dolcan, auch Dulcan, ital. dolce, werden Flötenstimmen in der Orgel genannt, die so konstruiert sind, daß beim Antönen nur eine geringe Menge Luft in die Pfeifen tritt, wodurch ein besonders sanfter und zarter Klang bewirkt wird. Das Doleissimo ist ein noch zarteres Register. (Vgl. Dolzflöte.) Dolce (ital., spr. döltsche), auch con dolcezza, musikalische Bezeichnung für 1. 0 lieblich.