Dorer (Eugen Rob.), Bildhauer, geb. 13. Febr. 1830 in Baden im Kanton Aargau, kam 1846 nach München, wo er im Atelier L. von Schwanthalers die Bildhauerei erlernte, trat 1849 in das Atelier Rietschels in Dresden ein, arbeitete nach dessen Tode unter Hähnel und besuchte nebenbei auch die Akademie. In die erste Zeit seiner Kunstthätigkeit fällt ein Basrelief zu einem Grabstein: eine Verstorbene wird von zwei Engeln zum Himmel begleitet. Neben verschiedenen Porträtbüsten entstand das Modell zu einem Winkelried-Denkmal in Stantz (Unterwalden), welches den ersten Preis davontrug, aber nicht zur Ausführung gelangte. Auch das Modell zu einem Denkmal für Gkolampadius in Basel gehört dieser Periode an. Im V 1859 besuchte er zu weiterer Ausbildung auch Italien, doch blieb er in Rom kein volles Jahr, da Weutschrende Fieberanfälle ihn zur Rückkehr nach Deutschland nötigten. Er wandte sich wiederum nach Dresden, wo er 1863 den Entwurf zu einem Nationaldenkmal für Genf fertigte, der die Aufnahme dieser Stadt in die Eidgenossenschaft feiert und bei der Konkurrenz den Preis erhielt. Dem Künstler wurde sodann auch die Ausführung des ganzen Monuments übertragen, welches 1869 enthüllt wurde und allgemeines Lob sich erwarb. Von 1867 bis 1869 fuhrte er für das Kasino in Bern acht Statuen berühmter Berner in Sandstein aus, edle Gestalten, die, wie alle Werke des Künstlers, sein ideales Streben bekunden. Ferner wurde auf der Front-War des Rathauses von Winterthur eins seiner Werke, eine weibliche Sandsteinfigur, die Stadt selbst personifizierend, —½½α und 1868 sein Entwurf zum Uhland-Denkmal in Tübingen preisgekrönt. Im J. 1871 begann D. das Modell zu einem als Brunnen gedachten Nationalmonument für Bern; die Höhe desselben krönt die Gruppe der drei Dret ienden Schweizer, während das Piedestal von drei sitzenden Figuren (Germania, Gallia und Italia) umgeben it.