FeedDoppler (Christian)
NaturlehreBrockhaus 1882

Doppler (Christian), Mathematiker und Physiker, geb. 30. Nov. 1803 zu Salzburg, besuchte 1822—23 das Polytechnikum in Wien, wo er bis 1825 blieb. Nach Salzburg zurückgekehrt, holte er die lat. und philos. Studien 1 etdenat und erteilte Privatunterricht in der Mathematik. Er wurde darauf Assistent und öffentlicher Repetitor für höhere Mathematik am wiener Polytechnikum, in welcher Stellung er vier Jahre verblieb (1829—33). Um diese Zeit erschien von ihm: Conversations-Lexikon. 13. Aufl. V. „Beitrag zur Theorie der Parallelenꝰ, «Konvergenz einer unendlichen Logarithmenfolges und aliber die wahrscheinliche Ursache der Elektricitätserregung durch Berührunge. Fn 5 1835 wurde er Professor der Mathematik und Buchhaltung an der ständischen Realschule nach Prag; 1837 übernahm er die Supplierung der höhern Mathematik und 1841 auch die Professur der Elementarmathematik und praktischen Geometrie an der technischen Lehranstalt in Prag. Im J. 1847 ging er als Bergrat und Professor der Physik und Mechanik an die Bergakademie nach Schemnitz, 1848 an das wiener Polytechnikum als Professor der praktischen Geometrie, und 1851 wurde er Direktor des physit. Instituts der wiener Universität. Er starb 17. März 1851 in Venedig. Seit 1846 war D. Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien. Seine * reichen wissenschaftlichen Abhandlungen sind in Fachzeitschriften zerstreut. Die bedeutendste Schrift u. s. w.» (Prag 1842); sie enthält das wichtige Dopplersche Prinzip (s. d.). Außerdem veröffentlichte D.: alüber eine wesentliche Verbesserung der katropischen Mikroskope» (Prag 1845), (Beiträge zur Fixsternkunden 1846), Methode, die Geschwindigkeit, mit der die Luftmoleküle beim Schalle schwingen, zu bestimmen (Prag 1846), Versuch einer systematischen Klassifikation der Farbeno (Prag 1846), Optisches Diastemometer (Distanzmesser)» (Prag 1845), Arithmetik und Algebrav (2. Aufl., Wien 1851) u. s. w. opplers Prinzip nennt man den von Christian Doppler (s. d.) zuerst (1842) ausgesprochenen Grundsatz, daß eine Anderung der 17 eintreten muß, wenn die Tonquelle sich schnell gegen den Beobachter bewegt oder schnell von demselben entfernt. Im ersten ** erhält nämlich das Ohr mehr, im zweiten Falle weniger Schwingungen in der Sekunde als bei ruhender Tonquelle. Der Ton ist also beziehungsweise subjektiv erhöht oder ver15. o der Weobach es sich, wenn die Tonquelle ruht und der Beobachter sich derselben mit großer Geschwindigkeit —. —6 oder von ihr schnell entfernt. Die Richtigkeit des S40h bon Bu Prinzips wurde experimentell zuerst (1845) von Bujis Ballot und später von Scott Russell mittels entsprechender Tonquellenbewegung auf Eisenbahnen nachgewiesen. Dann erfolgten auch beweisende Versuche mittels rasch rotierender Pfeifen von Mach (1861) und mit Hilfe schnell bewegter Stimmgabeln von König (1863). Die Experimente beider beruhen auf der Lehre von den Schwebungen oder Stößen. Trotz der Wahrheit des Dopplerschen Prinzips ließe sich dasselbe dennoch nur zur Erklärung der Farbenänderung einfach farbiger, äußerst schnell bewegter Fixsterne anwenden, aber nicht, wenn solche Fixsterne schon ursprünglich farblos leuchteten, weil im letzten Falle alle Strahlen ihres Lichts in demselben Sinne Anderungen erlitten, welche zusammen wieder farbloses Licht geben würden. 1 bennt hat Huggins (1868) das Dopplersche Prinzip benutzt, um bei den Spektralbeobachtungen der Fixsterne das Verschiebungen der Spektrallinien gegen das Violett hin dadurch zu erklären, daß er eine relative Bewegung jener Fixsterne gegen die Erde annahm.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 481Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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