FeedDorustein ist der Niederschlag
NaturlehreBrockhaus 1882

Dorustein ist der Niederschlag, welcher sich beim Gradieren der Salzsolen auf den Dornen der Gradierwände als steinige Inkrustation absetzt. Je nach der Zusammensetzung der Solen ist der D. verschieden. Enthalten diese Bicarbonate der alkalischen Erden, so zersetzen sich diese Salze im Kontakt mit der Luft, geben die Hälfte der Kohlensäure ab und scheiden kohlensauren Kalk, resp. kohlensaure Magnesia als graue, gesintert erdige Masse ab; bei Gegenwart von Eisenoxydulbicarbonat wird gelbes oder braunes Eisenoxydhydrat abgelagert; vorhandener schwefelsaurer Kalk krystallisiert meist erst bei zunehmender Konzentration auf den Dornen und überzieht dieselben mit einer auf dem Bruch krystallinischen Masse. Sind alle diese Salze zugegen und wird die Sole über mehrere Gradierwerke passiert, so besteht der D. des ersten Gradierwerks meist aus inrn und kohlensauren Erden und ist braun gefärbt, während der des zweiten meist grauweiß ist und vorzugsweise aus Gips besteht. Dornstetten, Städtchen im württemb. Schwarzwaldkreise, Oberamt Freudenstadt, an der Linie Stuttgart-Freudenstadt der Württembergischen Staatsbahnen, zählt (1880) 1093 C., welche Strohstühle und Leim fabrizieren, Baumwoll- und Leinweberei treiben. Die altersgraue, noch mit Mauern umgebene Stadt liegt freundlich auf einem schmalen Bergrücken und war ehedem gut befestigt. ö Dornum, Flecken in der preuß. Provinz Hannover, Landdrostei Aurich (Ostfriesland), Kreis Emden, 35 kKm im NNO. von Emden, nahe der Nordsee, zu welcher ein Kanal führt, der bei Westeralkumersiel mündet, mit 980 E., welche Fischerei treiben. D. hat ein Schloß der Grafen zu Münster-Dorobanzen heißen die Territorialinfanterieregimenter des rumän. Heeres, deren Dienstpflicht acht Jahre (fünf Jahre in der aktiven Territorialarmee und drei Jahre in der Reserve) beträgt und mit dem 21. Lebensjahre beginnt; nach dem Ausscheiden aus der Territorialarmee sind die D. noch bis zum 37. Lebensjahre in der Miliz und sodann bis zum 45. Jahre in der Bürgergarde der Städte oder dem Landsturme dienstpflichtig. Es gibt jetzt 30 Regimenter D. zu je 2 Bataillonen zu 4 Kompagnien, doch werden bei der Mobilmachung noch 30 Regimenter zweiten Aufgebots, welche für die örtliche Landesverteidigung und den innern Sicherheitsdienst, mithin lediglich für den Dienst als Besatzungstruppen bestimmt sind, aufgestellt. Von den aktiven D. befindet sich unter gewöhnlichen Verhältnissen nur der dritte Teil der Mannschaft und sämtliche Offiziere bei den Fahnen; die Regimenter und Bataillone führen außer der Nummer den Namen der Territorialbezirke, aus welchen sie ergänzt werden. Während der Herbstübungen, an welchen alljährlich fast sämtliche Territorialtruppen teilnehmen, werden die Dorobanzenregimenter auf nahezu die volle Kriegsstärke gebracht, sodaß die wirkliche aktive Dienstzeit der D. etwas mehr als zwei Jahre beträgt. Die Bekleidung besteht aus einer leinenen Bluse mit blauem Kragen und blauen Aufschlägen, blauer Leibbinde, weiten hellblauen Hosen, der nationalen Fußbekleidung (Opanken), grauem Tuchmantel mit blauen Litzen und der schwarzen Pelzmütze, an welcher die Nationalkokarde und eine aufrecht stehende, schwarze Adlerfeder befestigt sind. Die Kriegsstärke der Dorobanzenbataillone beträgt in beiden Aufgeboten 1000 Mann, für welche die erforderlichen Vorräte an Hinterladungsgewehren und Munition beschafft und in den betreffenden Ersatzbezirken unter Aufsicht der aktiven Dorobanzenregimenter niedergelegt sind. Die Mannschaft ist gut ausgebildet und durchaus kriegstüchtig, wie man im russ-türk. Kriege und namentlich vor Plewna wahrnehmen konnte. Dorogobusch, Kreisstadt im russ. Gouvernement Smolensk, unter 54 55“ nördl. Br. und 50 57“ östl. L. von Ferro, 95 Em östlich von Smolensk, an beiden Ufern des Dnjepr und an der Eisenbahn Moskau-⸗Brest, mit (1882) 9099 E., hat mehrere Lederfabriken, Talgsiedereien und Wachsschmelzen und treibt ansehnlichen Handel mit Talg, rohen Häuten, Hanf, Wachs, Leder, Salzfleisch und Getreide. In D. Rbe ein altes Festungswerk, welches aus Erdwällen besteht und in dessen Innerm eine ebenfalls alte Kirche liegt. Doronioum, Gemswurz, Gamswurzel, Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen, besteht aus perennierenden Kräutern mit dickem, oft knolligem Wurzelstock, schlanken Stengeln, langgestielten Grundblättern, stengelumfassenden Stammblättern und einzeln stehenden, langgestielten Blütenkörbchen mit goldgelben Strahl- und Scheibenblüten. Die Blätter sind herz⸗, eiförmig oder länglich, meist gekerbt, die Blütenkörbchen flach, mit einer aus einer oder einigen Reihen grüner Schuppenblätter gebildeten Korbhülle versehen; die Eten dieh tragen einen haarigen Pappus. Die rten dieser Gattung wachsen auf fettem, steinigem Boden in den Hochgebirgen Europas und Asiens. Ihre Wurzeln gelten in den Alpen für sehr heil—⸗ kräftig und waren früher offizinell, namentlich diejenigen von D. Pardalianches L., einer häufig zur Zierde in Gärten angebauten Pflanze, welche schon im April zu blühen beginnt. Ebenso wird die im Kaukasus und in Sibirien einheimische Art, D. caucasicum A. B., in Deutschland häufig als frühblühende Zierpflanze kultiviert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 494Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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