FeedDouglas (Stephen Arnold)
Recht & StaatBrockhaus 1882

Douglas (Stephen Arnold), hervorragender amerik. Politiker, geb. 23. April 1813 zu Brandon im Staate Vermont, genoß eine dürftige Erziehung. und ging, kaum 20 J. alt, nach Illinois, wo er sich 1834 als Advokat in Jacksonville niederließ. Rührig, geschmeidig und in der Wahl seiner Mittel nicht zu ängstlich, wurde er bald einer der Führer der demokratischen Partei seines Staats, die ihm verschiedene Ehrenposten übertrug und ihn im Febr. 1841 zum Richter des Obergerichts von Illinois erwählte. Im J. 1843 legte er jedoch dieses Amt nieder, da er in den Vereinigten-Staaten-Kongreß gewählt worden war, dem er von da ab bis zu seinem Tode, und zwar bis 1847 als Abgeordneter, von 1847 an als Senator angehörte. D. war während des größten Teils seiner parlamentarischen Laufbahn ein entschiedener Parteigänger des Südens und leistete den Sklavenhaltern und ihren Plänen, wo er nur konnte, Vorschub. So trat er namentlich für alle auf Ausdehnung des Sklavereigebietes gerichtete Bestrebungen energisch ein, sprach sich für die Annexion von Texas und Eroberung von Cuba aus und suchte bei Gelegenheit der Oregon-Bill (Aug. 1848) die Missouri-Linie bis zum Stillen Ocean auszudehnen. Als Vorsitzender des Ausschusses ! für die Territorien war seine Stellung 0 der Sklavereifrage ein Umstand von nationaler Bedeutung. Als im Herbst 1853 die NebraskaBill (J. d.) eingebracht wurde, veränderte D. seinen Standpunkt und verlangte, daß alle die Sklaverei betreffenden Angelegenheiten auf Grund ades großen Prinzips der Selbstregierungos den Bewohnern der Territorien und der später aus ihnen gebildeten Staaten zur ausschließlichen Entscheidung uberlassen bleiben sollten. Diese sog. Squatter-Souveränetätslehre befriedigte keine der streitenden Parteien. Seine bisherigen Freunde betrachteten sie als ein Angebot ihres Urhebers auf die Präsidentschaft; dem Süden ging sie nicht weit genug, indem er für sich das Recht beanspruchte, mit seinen Sklaven wie mit jedem andern Eigentum in die Territorien gehen zu können, während der Norden diese als freies und der Sklaverei verschlossenes Gebiet betrachtet wissen wollte. Diese einander entgegengesetzten Ansichten führten zunächst zu den Kansas-Wirren, in welchen der Süden unterlag, dann aber zur Zersplitterung der demokratischen Partei selbst, deren südl. Flügel im April 1860 Breckinridge und deren nördlicher bald darauf D. zu seinem Präsidentschaftskandidaten ernannte. Beide erlitten eine Niederlage, da Lincoln im Nov. 1860 statt ihrer gewählt wurde. Bei dem einige Monate später ausbrechenden Bürbaltung trat D. mit großer Energie für die Eraltung der Union ein und unterstützte seinen frühern Gegner Lincoln uneigennützig mit Rat und That. Er starb auf einer Reise zu Chicago 3. Juni 1861. donglaß (Frederich), amerik. Redner und Journalist, als Sklave von einer schwarzen Mutter im J. 1817 auf einer Pflanzung bei Easton im Stagte Maryland geboren, wurde bis zu seinem 10. Lebensjahre auf dem Lande gehalten und kam dann nach Baltimore zu Verwandten seines Herrn, denen er am 3. Sept. 1838 nach dem Norden entlief. Er gelangte auf seiner Flucht zunächst nach Neuyork, dann nach Reubedford, wo er sich verheiratete und einige Jahre als Arbeiter ernährte. Im J. 1841 hielt er bei Gelegenheit einer Antisklavereiversammlung eine so glänzende Rede, daß er zum Agenten der Antisklavereigesellschaft von Massachusetts ernannt wurde. Als solcher bereiste er vier Jahre lang die Staaten von Neuengland: Im J. 1845 veröffentlichte er eine Autobiographie und begab sich dann nach England, wo er das Publikum durch seine gegen die Sklaverei gerichteten Vorträge begeisterte. Seine engl. Freunde kauften ihn 1846 aus der Sklaverei los. I. Amerika zurückgekehrt, gab er seit 1847 in Rochester The Northern Stare und dasselbe Blatt später unter dem veränderten Titel «Frederick Douglass' Papero heraus. Als 1859 der Gouverneur von Virginien seine Verhaftung bei dem Gouverneur von Michigan, wo er sich damals aufhielt, wegen seiner angeblichen Beteiligung an dem Brownuschen Zuge nachsuchte, flüchtete sich D. nach England, kehrte aber bereits nach einigen Monaten zurück. Im J. 1861 nach Ausbruch des Bürgerkriegs drang er bei Lincoln auf die Errichtung von Sfiaven Nach und auf die Emancipation der Sklaven. Nach dem Kriege war er hauptsächlich als Vorleser thätig. Sein Wohnsitz ist Rochester im Staate Neuyork. D. Bedeutung wurzelt in der Agitation gegen die Sklaverei und gehört deshalb der Vergangenheit an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 509Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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