FeedDreienbrunnen
ErdkundeBrockhaus 1882

Dreienbrunnen, ein in der unmittelbaren Nähe der Stadt Erfurt und westlich von derselben liegender Komplex von Gemüsegärten, von drei Seiten geschützt und nur gegen Westen offen und durch den Thüringerwald nicht immer günstig beeinflußt, von mehrern Quellen reichlich bewässert und durch die Güte seiner Produkte weit berühmt. Das gesamte nur etwa 24 ha haltende Areal ist dergestalt geordnet, daß zwischen je zwei bis 1m und daruüber hohen Beeten (Jähnen) ein mehr oder weniger breiter wasserführender Graben (Klinge) liegt, welcher entweder nur zur Bewässerung oder zugleich auch zur Kultur der Brunnenkresse benutzt wird. Die naturliche Fruchtbarkeit des Bodens wird durch jährlich wiederholte Düngung und reichliche Bewässerung wesentlich „Rar und ermöglicht durch Vor⸗, Zwischen⸗ und Nachpflanzung eine dreifache Ernte. Dieses Kultursystem wurde zuerst von Christian Reichart, dem Verfasser des seinerzeit berhmten „Land⸗ und Gartenschatzeso, auf seinem eigenen Besitztum ausgeführt und breitete sich allmählich über den gesamten Komplex aus. Die Hauptprodukte sind Blumenkohl, Kohlrabi, Sellerie und Brunnenkresse, welche letztere in dem vorzüglichen, niemals zufrierenden Wasser trefflich gedeiht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 542Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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