Driften, deutsch Treibströmungen (engl. Drift current), nannte Rennel im Gegensatz zu dem eigentlichen Seestrom (Stream current) diejenige Meeresströmung, welche bloß durch die treibende Kraft (drift) unablässig in ein und derselben Richtung und Gegend thätiger Winde auf der Oberfläche des Wassers hervorgebracht wird, daher nur seicht und langsam ist und in keiner andern Richtung laufen kann als in derjenigen, welche der Luftstrom ihr anweist, wohl aber, durch das Trägheitsgesetz unterstützt, zu einer wirklichen Strömung werden kann. Es findet sich daher im Bereich beider Passate eine diesen entsprechende nach Westen, sowie im Bereich des zurückkehrenden Westpassats eine nach Osten gehende Strömung. Aber beiderlei D. haben eine geringe Geschwindigkeit, und manche sind nur aus schwimmenden Gegenständen, die zufällig oder zu diesem Zweck absichtlich in den Bereich der Strömung kamen, bekannt geworden. Auf die eigentliche Meeresströmung übt der Wind keinen Einfluß aus, wenigstens nicht auf die Hauptmasse, obschon es wohl an ihren Rändern der Fall sein kann, wie z. B. neben dem Golfstrom eine demselben entgegengesetzte D. stattfindet, deren Geschwindigkeit von der Richtung des Windes und seiner größern oder geringern Kraft beschleunigt oder verzögert wird. Diese Strömung ist schwach, doch kann sie auf 1 Seemeile (1,875 Km) in der Stunde anwachsen; bei entgegengesetzt wehenden Winden kann sie auch ganz und gar gehemmt werden. Solche bloße Oberflächenströmungen scheinen z. B. zu sein die sog. Mentors-Gegenströmung zwischen Juan Fernandez und der Osterinsel im Großen Ocean, nach dem Schiffe der ehemaligen preuß. Seehandlung benannt; ferner die östlicher sich findende, durch den ganzen südl. Atlantischen Ocean damit zusammenhängende und von Horsburgh und Beaufort zuerst nachgewiesene Gegenströmung südlich von der Agulhasbank; ebenso die Monsunströmung der Karolineninseln, die Rossels-Drift, welche im W. der Neuen Hebriden und Neucaledoniens sich nach NW. zur Korallensee und zur Torresstraße wendet u. s. w.