Druckwerk heißt eine Maschine, welche dazu dient, Flüssigkeiten zu einer Höhe emporzutreiben, welche größer als 10 m ist, bis zu welcher Höhe die Flüssigkeiten mit der gewöhnlichen Saugpumpe (s. Wumpe⸗ gehoben werden können. Ein D. besteht aus einer Röhre (Stiefel), welche unterhalb des Wasserspiegels ein nach innen gehendes Ventil hat, und in welche seitwärts eine zweite Röhre, das Steigrohr, einmündet. In dem Stiefel bewegt sich ein massiver, genau schließender Kolben Een und ab. Beim Aufsteigen des Kolbens entsteht unter demselben ein luftleerer Raum, in welchen dann durch das Ventil Wasser steigt, welches beim Absteigen des Kolbens in das Steigrohr getrieben und dort ebenfalls hinter einem Ventil gefangen wird. Um das ruckweise Ausströmen an der Ausflußöffnung in einen fortwährenden Wasserstrahl zu verwandeln, läßt man das Wasser durch einen Windkessel gehen. Bei den doppelten (zweistiefeligen) D., wohin z. B. die größern Feuerspritzen gehören, steigt ein Kolben auf, während der andere abwärts geht. Zu den merkwürdigen D. der neuern Zeit gehören die für das Salzwerk zu Reichenhall in Bayern; die Wasserkünste zu Herrenhausen in Hannover; die jetzt in Verfall geratenen berühmten Fontänen zu Marly-le-Roy bei Versailles. Neuerdings wurden in Berlin und Potsdam, zu Elberfeld, Dresden und andern Orten für Wasserversorgungszwecke D. angelegt. Hochinteressante Ausführungen dieser Art finden sich bei den Wasserversorgungsanlagen der Rauhen Alp in Württemberg u. s. w. (S. Pumpe und Wasserleitung.) Den Namen D. führt auch eine andere, für Formveränderungszwecke bestimmte Maschine zum Stanzen und Prägen, die mit Schraubenspindel und Balancier versehen ist. Derselbe Name ist endlich für alle auf dem Wege des Kupferdrucks, Steindrucks und Bücherdrucks hergestellten Erzeugnisse im Gebrauch.