Druiden (Druides, gälisch druich draoid) war der Name der Priester bei den kelt. Völkern im alten Gallien und Britannien. In Gallien bildeten sie zu Cäsars Zeit einen geschlossenen, aber nicht erblichen Stand, der mit dem der Ritter, dem Adel, die Herrschaft über das übrige Volk teilte, vom Kriegsdienst und Abgaben befreit war, vermutlich mehrere Abteilungen oder Grade in sich schloß, und an dessen Spitze ein oberster D. stand. Als Priester besorgten sie den Dienst der Götter, namentlich auch die privaten und öffentlichen Opfer an den heiligen Orten. Auch die religiöse Geheimlehre ward von ihnen bewahrt und ausgelegt. Sie übten ferner die Kunst der Weissagung und entschieden als Richter in den Streitigkeiten zwischen den einzelnen Personen wie zwischen den Völkerschaften. Ebenso gehörte ihnen zu die Heillunde, die Kenntnis der Gestirne, der Einteilung der Zeit, der Schreibkunst. Ihre Wissenschaft ward vor dem Volke geheimgehalten, dem in den Stand Aufzunehmenden durch lange währenden mündlichen Unterricht mitgeteilt. Daß sie ein waltendes Schicksal anerkannt, die Unsterblichkeit der Seele und deren Wanderung nach dem Tode gelehrt haben, ist wohl sicher. Mit der Unterwerfung Galliens durch die Römer hörte allmählich ihre polit. Bedeutung auf, wenngleich ihre Wissenschaft von ihnen fortgelehrt ward. Kaiser Claudius hob den druidischen Götterdienst mit seinem blutigen Kultus durch Verbot auf; heimlich Britar er aber noch eine Zeit lang gedauert zu haben. ritannien galt bei den Galliern als die eigentliche Heimat des Druidentums. In Gallien befand sich das druidische Hauptheiligtum in der Gegend des heutigen Chartres; in Britannien war zur Zeit der röm. Eroberung unter den Kaisern Claudius und Nero der Hauptsitz der D. auf der Insel Mona (ietzt Anglesey). Das Priestertum der Germanen war von dem Druidentum durchaus verschieden. Vgl. Barth, aliber die D. der Kelteno (Erlangen 1826); Barghon Fort-Rion, We druidisme au moyen ägen (Versailles 1874).