FeedAndronicus
GeschichteBrockhaus 1882

Andronicus ist der Name dreier byzant. Kaiser. — A. I., Enkel des Kaisers Alexius I. Komnenos, geb. 1113, ein Maunen Mensch und in seinen Jünglings⸗ und annesjahren als einer der verwegensten Abenteurer, durch Kriegsthaten und Liebesromantik in allen Nachbarstaaten des Byzantinischen Reichs auner 1. riß nach seines Vetters, des Kaisers Manuel I., Tod dessen Reich an sich (1180). Die 1182 in Konstantinopel entstandene Unzufriedenheit wußte er zu seinem Vorteile zu benutzen. Er ließ 1183 die verwitwete Kaiserin und deren Sohn, den jungen Kaiser Alexius, 1184 ermorden, sich selbst aber zum Kaiser ausrufen. Nach einer kurzen Regierung erlag er dem Aufstande des Isaak ngelos und wurde 12. Sept. 1185 nach grauenhaften Mißhandlungen ermordet. Er war der letzte Komnene in Konstantinopel; seine Enkel aber gründeten 1204 das Reich der Groß- oder 1259, Sohn des Michael Paläologos, kam 1282 zur Regierung. Durch seine falsche . machte er die anfangs gegen die Osmanen glücklich fechtenden catalon. Söldner zu furchtbaren Feinden des Reichs (1303—8). Nach blutigen Bürgerkriegen 1321—28 wurde er von seinem Enkel A. III. vom Throne gestoßen. Er ging in ein Kloster und starb daselbst 1332. — A. III. regierte nun bis 1341. Er kämpfte unglücklich gegen die Bulgaren und die Osmanen; letztere entrissen ihm 1326—38 fast ganz Kleinasien. Audronieus aus Rhodus, ein peripatetischer Philosoph, der 0 Ciceros Zeit in Rom lebte und sich um die Kritik und Erklärung der Schriften des Aristoteles verdient machte. Auch die Werke des Theophrast interpretierte er. Seinen Namen trägt eine Schrift über die Leidenschaften (herausg. von Höschel, Augsb. 1593) sowie eine Paraphrafe der Aristotelischen Ethik an Nikomachos (herausg. von Heinsius, Leid. 1607 u. 1617; Cambr. 1679). Beide Schriften gehören jedoch wahrscheinlich einem Gelehrten des 15. Jahrh., dem A. Kallistos an, welcher nach der Eroberung seiner Vaterstadt Thessalonich durch die Türken in mehrern Städten Italiens und Frankreichs die griech. weun lehrte, einige ungedruckt gebliebene Schriften verfaßte und 1478 in Frankreich starb. Audronicus, von seinem Geburtsorte Kyrrhos in Syrien m die Mitte genannt, erbaute, wahrscheinlich um die Mitte des 1. Jahrh. v. Chr., den sog. Turm der Winde zu Athen, nördlich von der Akropolis. Das noch erhaltene Gebäude ist achteckig und von Marmor. Den Namen erhielt es von den acht Hauptwinden, welche unter dem Kranzgesimse in Relief durch acht Figuren dargestellt sind. Auf dem Marmordache stand ein eherner Triton, der als Windfahne diente und mit einer Rute nach der Richtung deutete, woher der Wind kam. An der vordern Seite ist das Gebäude mit zwei kleinen, zweisäuligen, korinth. Prostylen, an der Hinterseite mit halbrundem Ausbau versehen. Unter den Reliefs sieht man noch die Reste einer Sonnenuhr und im Innern die Vorrichtungen zu einer uowülth ndronikow Kacht Iwan Malchasowitsch), russ. General, der Nachkomme eines der ältesten kachetischen Dynastengeschlechter, das die Sage von dem griech. Kaiser Andronicus Komnenos ableitet, geb. zu Tiflis 1801, trat 1817 in Petersburg in die Garde zu Pferde und wurde 1824 als Major nach dem Kaukasus versetzt. Im pers. Kriege zeichnete er sich 1826 bei Elisawetpol und 1827 bei Abbas-Abad aus, wo er eigenhändig den Serdar Nadshab Chan gefangen Rahm Nach der Einnahme von Criwan wurde er Oberstlieutenant, 1828 nach dem Sturme von Achaltzich Oberst und erhielt das Kommando des Nishegoroder Dragonerregiments. Nachdem er 111 in dem langwierigen Kampfe gegen die Bergvölker vielfach hervorgethan hatte, wurde er 1850 Militärgouverneur von Tiflis, 1851 Generallieutenant und erhielt beim Ausbruch des Orientkriegs von 1853 den Befehl über ein Korps von 10 000 Mann. Am 18. Nov. bestand seine Vorhut unter Brümmer ein glückliches Gefecht bei Azchur, und am 26. ih das türk. Hauptkorps bei Achaltzich in die Flucht, worauf er die Grenze überschritt und den Sandschak Pozchow besetzte. Im Feldzuge von 1854 befehligte er sämtliche Truppen in Gurien, Imeretien, Mingrelien und der Provinz Achaltzich. Beim Erscheinen der verbündeten Flotten mußte er 19. Mai Redut-Kale räumen und sich nach Osurgeti zurückziehen, wohin die Türken unter Selim Pascha bereits vorgedrungen waren. Am 16. Juni griff er den 30000 Mann starken Feind an und errang einen vollständigen Sieg, welcher Gurien und Mingrelien sicherte. Aruchund leo 1855 trat A. von seinem Kommando zurück und legte dann auch seinen Posten als Gouverneur von Tiflis nieder.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 632Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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