Alexius I. Komnenus, byzant. Kaiser, geb. zu Konstantinopel 1048, war ein Sohn des Johannes Komnenus, Bruders Isaaks J., des ersten Kaisers aus dem Hause der Komnenen (s. d.). n den Atennot zwischen Michael VII. Parapinakes und Nikephoros III. Botoniates hatte sich der geistig und körperlich hochbegabte, trefflich erzogene A. als treuen Anhänger des erstern gezeigt; aber nach Michaels Rücktritt (1078) wußte er bald auch des letztern Vertrauen zu gewinnen. Nachdem er im Dienste des Nikephoros mehrere Empörer besiegt, mathser er sich (1080) gegen einen neuen, den Gemahl seiner Schwester, zu ziehen, und mußte, deshalb bei Hofe verleumdet, durch seine wachsende Macht und neue wichtige verwandtschaftliche Beziehungen auch sonst dem Kaiser bedenklich geworden, fliehen. Mit Hilfe des Dukas und Paläologos sammelte er zu Tzurulum ein Heer, bemächtigte sich 1. April 1081 Konstantinopels und übernahm dann selbst die Herrschaft, während Nikephoros abdankte. Um das chih aus seiner drangvollen Lage zu befreien, schloß A. zunächst mit den Seldschuken Frieden, verbündete sich mit Venedig und dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und wandte sich dann gegen den Normannenherzog Guiscard, welcher in das Reich eingefallen war. Bei Durazzo kam es (18. Okt. 1081) zur Schlacht, in welcher das griech. Heer gänzlich geschlagen wurde. Robert drang gegen Thessalonich vor, kehrte aber schon 1082 in sein Reich zurück, um Papst Gregor VII., seinen Verbündeten, gegen Kaiser Heinrich IV. zu schützen. Roberts Sohn Bohemund mußte im Sommer 1084 nach einer Griachente bei Larissa mit dem normann. Heere Griechenland räumen. Aber im September 1084 erschien Robert aufs neue, siegte über die vereinigte griech.⸗venet. Flotte und hatte sich Korfus bemächtigt, als sein Tod im Juli 1085 seinen Unterneh müngen ein Ziel setzte. Von diesem Feinde befreit, mußte A. mit aller Macht auf der Nordgrenze die ben Sns abwehren, was 1091 infolge eines großen Siegs wirklich gelang. Minder glücklich war er gegen die Seldschuken; erst w1092 hatte er mit großer Mühe sein Reich wieder einigermaßen konsolidiert. Unter solchen Umständen konnte ihm das im Abendlande erwachte Verlangen nach einem Kreuzzuge zur Befreiung des Heiligen Landes nur erwünscht sein. Bald indes wurde durch die unerwartet große Menge und die Zügellosigkeit der Kreuzfahrer (seit 1096) sein Argwohn erweckt, und er suchte sich ihrer durch eilige überschiffung nach Asien zu entledigen. Zwar wußte er 1097 die meisten fränk. Fürsten zu bestimmen, ihm den Lehnseid für alle von ihnen in Asien zu erobernden Gebiete zu leisten, gleichwohl erhielt sich ein gegenseitiges Mißtrauen. Nachdem A. noch einmal 1107—8 mit den Normannen Krieg geführt, später aber den Seldschuken 1115 und 1116 bedeutende Niederlagen beigebracht, starb er 15. Aug. 1118. Sein Leben hat seine Tochter Anna Komnena (s. d.) in der Alexiasp beschrieben.