FeedDuleit
NaturlehreBrockhaus 1882

Duleit, Dulein, Dulcose, Melampyrin, Evonymit C. HI406, eine dem Mannit ähnliche Radagart von Laurent in der Dulcitmanna von adagaskar entdeckt, identisch mit dem 1836 von Hünefeld im Kraute von Melampyrum nemonosum gefundenen Melampyrin und ebenfalls identisch mit dem von Hartig aufgefundenen und von Kubel untersuchten, im Eronymus europaeus vorkommenden Evonymit. Am leichtesten darstellbar aus der Dulcitmanna (Stammpflanze unbekannt), dieselbe bildet nierenförmige, krystallinische Stücke von unreinem D. und braucht nur in siedendem Wasser gelöst zu werden, um nach dem Umkrystallisieren reinen D. zu liefern. Künstlich erhält man D., wenn man auf Laktose (s. d.) in alkalischer Lösung Natriumamalgam wirken läßt. Er krystallisiert in monoklinen Prismen, ist in kaltem Wasser schwer, in heißem leicht löslich, in kaltem Alkohol fast unlöslich, schmilzt bei 188· C., bei 200 C. gibt er die Elemente von 1 Molekül Wasser ab und geht in Dulcitan CHI20;, über. Der D. verhält sich wie Hydroxylgruppen sind sämtlich oder einzeln durch Säureradikale vertretbar. philos. Schriftsteller, geb. 17. Juni 1819 zu Königsberg, trat 1835 als Lehrling in die Apotheke seines Vaters, studierte daselbst seit 1837 Medizin und Naturwissens — konditionierte 1842 als Apothekergehilfe in Breslau und Kupferberg (Schlesien) und zog sich 1844 nach Gumbinnen in Ostpreußen zurück, wo er sein erstes Drama „Orlar schrieb (Zür. u. Winterthur 1844; 2. Aufl., Mannh. 1847). Im J. 1845 wurde er aus Leipzig, wohin er sich zur Fortsetzung seiner Studien begeben, wegen Teilnahme an einem studentischen Aufstand ausgewiesen, promovierte in Breslau, konnte aber vom Ministerium Eichhorn die Erlaubnis, in Königsberg Vorlesungen zu halten, nicht erlangen. Im J.1848 schrieb er das Drama «Leav; beim Beginn der Reaktion hielt er es wegen reger Beteiligung an der Revolutionsbewegung von 1848 für geraten, Deutschland zu verlassen. Er begann nun ein Wanderleben, ging über Wien nach Italien, segelte von Neapel Alexandria und gelangte bis zu den Katarakten des Nils, lebte ein Vierteljahr einsam in einer Höhle am Sinai und kehrte beim Ausbruch der Pest 1850 nach Europa zurück, wo er in einer Sennhütte oberhalb Clarens am Genfersee seinen Studien oblag. Hier und in der Wüste legte er den Grund zu einem bedeutendsten Werke: Stimme der Menscheith (2 Bde., Lpz. 1875—80), und schrieb Jesus er Christ, ein Stück für die Volksbühney (Stuttg. 1865), und «Simsonv (Stuttg. 1859), dessen Gegenstand der Kampf des Judentums und des Heidentums ist. Er zog 1858 nach Stuttgart, 1871 nach dem nahen Untertürkheim. Infolge seiner immer mehr der Freigeisterei und dem Sozialismus sich zuwendenden Geistesrichtung sprach er sich in einem ersl. 1871) gegen die Fortsetzung des Kriegs von 1870 und den Franzosenhaß aus, gründete auch in neuester Zeit eine Freidenkergemeinde in Stuttgart. J. 1872 bereiste er Lappland und veröffentlichte darüber „Fahrten durch Norwegen und die Lappmarken» (Stuttg. 1877). Eine kleine Schrift Nieder mit den Atheisteno (1872) wurde 1878 auf Grund des Sozialistengesetzes verboten. Den zweiten Band seiner Stimme der Menschheito schrieb er im Zellengefängnis zu Heilbronn, zu welchem er wegen Gotteslästerung undeiness a war⸗ chen Wahlflugblattes auf 14 Monate verurteilt war. Werke ähnlichen religions-philos. Inhalts sind: «Der Tod des Bewußtseins und die Unsterblichkeitv (Lpz. 1863), Tier oder Menscho (Lpz. 1872), «Was ist von der christl. Kirche u halten 2»(Zür. 1877), Die Moral der Freidenker, lugblatt des deutschen Freidenkerbundes ). Auf dem Gebiete des Dramas schrieb er noch: «Konrad der Zweite. Histor. Schauspielo(Lpz. 1867), «Willav, Schauspiel (Wien 1875), die polit. Komödie „Die Wänder (mit O. Seemann) (Königsb. 1848), die von Abert komponierte Oper König Enzioy und die Lustspiele KDas Mädchenkleeblatt » (1865) und «Die

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 627Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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