Duchätel (Charles Marie Tannegui, Graf), franz. Staatsmann, geb. 19. Febr. 1803 zu Paris, studierte die Rechte, wurde Advokat und nahm seit 1823 unter dem Schilde der doktrinären Schule thätigen Anteil an dem „Globe und der Revue frangaise v. In seinem Traité de la charité dans les rapports avec l'état moral et le bienetre matériel des classes inférieures de la sociétén (Par. 1829; 2. Aufl. 1836) zeigte sich D. als Anhänger der Theorie von Malthus. Nach der Julirevolution ward D. als Staatsrat dem bre Maußerialder unter Louis beigeordnet. Durch die Ministerialveränderung vom 11. Okt. 1832 verlor er seinen Posten, wurde aber dafür als Abgeordneter im Depart. Nieder-Charente in die Kammer gewählt. Die Verteidigung des Gesetzantrags wegen der amerik. Schuld brachte ihn 1834 als Handelsminister ins Kabinett, aus dem er im Febr. 1836 mit den übrigen Doktrinärs austrat. Im Sept. 1836 erhielt er das Portefeuille des Finanzministers und war nach dem abermaligen Rücktritt der Doktrinärs (7. März 1837) einer der Munsster Teilnehmer an der Koalition gegen das inisterium Molé. Nach der Ministerkrisis und Emeute von 1839 erhielt er am 13. Mai in dem vom Marschall Soult gebildeten Ministerium das Portefeuille des Innern. Am 25. Jan. 1840, bei der Dotationsfrage des Herzogs von Nemours, legte er mit den übrigen Kollegen sein Amt nieder, nahm jedoch schon 29. Okt. desselben Jahres seinen 3z als Minister des Innern im Guizotschen abinett wieder ein. Seit der Februarrevolution von 1848 zog sich D. gänzlich vom polit. Schauplatz zurück. Er starb zu Paris 6. Nov. 1867. Zu erwähnen sind die von ihm herausgegebenen (Do-⸗ cuments statistiques sur la Francen (Par. 1833), eine umfassende statist. Geschichte Frankreichs. ö