Duncker (Max), deutscher Geschichtschreiber, ältester Sohn von Karl D., geb. 15. Okt. 1811 zu Berlin, widmete sich 1830 — 34 zu Bonn und Berlin unter Löbell, Raumer, Ranke und Böckh der Geschichte und Philologie. Zu Berlin im Mai 1834 promoviert, erlängte er erst 1839 die Erlaubnis, sich an der Universität Halle zu habilitieren, da er wegen Teilnahme an der Burschenschaft zu Bonn zur Untersuchung gezogen und in Haft gewesen war, und wurde im Okt. 1842 außerord. Professor ½. Im Frühjahr 1848 in die deutsche Nationalversammlung gewählt, vertrat er auch später die Stadt Halle und den Saalkreis im Volkshause zu Erfurt und in den drei Sessionen der Zweiten preuß. Kammer von Aug. 1849 bis Ende Mai 1852. Die deutsche Politik des Ministers Manteuffel charakterisierte er in der 18510 „Vier Monate auswärtiger Politiko (Berl. 1851 Da D. wegen seiner Stellung in der Opposition zu einer ord. Professur in Halle nicht aufrücken konnte, folgte er 1857 einem Rufe nach Tübingen, wo er eine sehr gedeihliche akademische Wirksamkeit fand. Im Mai 1859 berief ihn das Ministerium Hohenzollern-Auerswald als Hilfsarbeiter in das Staatsministerium. Am 3. Juni 1861 wurde er zum vortragenden Rat des Kronprinzen ernannt. Im Sommer 1867 übernahm er das Direktorium der preuß. Staatsarchive. Während seiner Amtsführung gelang es ihm, die Staatsarchive zu Posen, Schleswig und Aurich zu gründen, die nassauischen Archive zu Idstein, die hessischen zu Marburg zusammenzufassen, die Archive von Stade und Hildesheim mit dem Staatsarchiv zu Hannover zu vereinigen. Die Räumlichkeiten sämtlicher Archive wurden, mit Ausnahme des Staatsarchivs zu Koblenz, teils neu errichtet, teils verbessert und erweitert. Mit dem 1. Jan. 1875 wurde D. auf seinen Antrag in den Ruhestand versetkt. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind zu nennen: seine Habilitationsschrift Origines Germanicae (Berl. 1840), die 4Geschichte des Altertums v (4 Bde., Lpz. 1852 —57; 5. Aufl., 6 Bde., geheimen Staatsarchivs basierter Abhandlungen zur preuß. Geschichte, «Aus der Zeit Friedrichs d. Gr. und Friedrich Wilhelms III. » (Lpz. 1876). Mit Droysen gab er heraus: (Preuß. Staatsschriften aus der Regierungszeit König Friedrichs II.„ (Bd. 1, Berl. 1877). D. ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, auswärtiges Mitglied der Akademie zu München und der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. ů