Dwaraka oder Dwarka, auch Jigat genannt, Stadt in Ostindien, unter 22 15 nördl. Br. und 69 1 östl. L. (von Greenwich), in der dem Guicowar von Baroda, einem Vasallenfürsten der anglo-ostind. Regierung, gehörenden Landschaft Okamandel, auf der in administrativer Hinsicht einen Teil der brit.⸗ind. Präsidentschaft Bombay bildenden Halbinsel Kattiwar an der Arabischen See gelegen, berühmt und merkwürdig wegen des daselbst befindlichen Tempels von Krishna oder Dwarkanath, d. h. dem Herrn von Dwarka. Derselbe ist unter allen der genannten Gottheit gewidmeten Heiligtümern das großartigste, berühmteste und am meisten imponierende. An der Seeküste auf einer Atein gelegen, besteht dieser Tempel aus drei Abteilungen, dem sog. Munduff, der Devatschna oder Gebarra und der Sikra oder dem l Schneckenturme. Letzterer, in dem allerältesten ind. Tempelbaustile errichtet, stellt eine 50 m hohe, t sieben Stockwerke enthaltende Pyramide dar. Jedes dieser Stockwerke aber bildet einen besondern Tempel und zwar in der Weise, daß jeder obere derselben nach allen Richtungen hin kleinere Dimensionen zeigt als der zunächst untere. Das ganze überaus kunstreiche Gebäude besteht aus einem in diesem Teile von Kattiwar häufigen grünlichen Sandsteine und alle dasselbe bildende zahllose, sorgfältig behauene und verzierte Bausteine werden durch ihre eigene Schwere und kein anderes sonstiges Bindemittel zusammengehalten. In der Rähe des Tempels fließt der Gumti, ein für besonders heilig gehaltener Bach, vorbei. Die Uferstelle, auf welcher der Tempel des Krishna steht, war früher eine kleine Insel. Der dieselbe von Kättiwar trennende schmale Meeresarm füllte sich im Laufe der Zeit aber mit Meeressand, wodurch diese kleine Insel mit der genannten Halbinsel zu einem zusammenhängenden Ganzen verbunden wurde.