FeedCäsur
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Cäsur (lat., d. h. Einschnitt) heißen die in längern Versen aus rhythmischen Gründen angebrachten Pausen oder Ruhepunkte, bei denen das Wort- oder womöglich Satzende in die Mitte eines Versfußes fällt. Z. B. in dem Hexameter Nicht der gelungene Vers, Udas Gedicht nur befindet sich die C. hinter dem Worte Versy. Tritt die C., wie in diesem Falle, nach der Arsis (Hebung) ein, so heißt sie männlich, fällt sie dagegen in die Thesis (Senkung), so heißt sie weiblich. Letzteres ist z. B. der Fall in dem Hexameter: Welches Wunder begibt sich? Wir flehten Oft enthält ein längerer Vers, wie namentlich der Hexameter, mehr als eine C. (S. Rhythmus.) Vgl. Suhle, «über die C. und ihre Bedeutung für den Rhythmuso (2. Aufl., Berl. 1866).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 65Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6