Eberhard (Aug. Gottlob), deutscher Schriftsteller, geb. 12. Jan. 1769 zu Belzig, studierte anfangs zu Leipzig Theologie, widmete sich aber bald fast ausschließlich der bildenden Kunst und poetischen Versuchen. Seine schriftstellerische Laufbahn begann er seit 1792 mit einer Reihe von Erzählungen, wie List um Listo und Mop Lafleurs sämtliche Werkev. Inzwischen nach Halle übergesiedelt, veröffentlichte er: Ferdinand Warner, der arme Flötenspielere (2 Bde., Halle 1802; neue Aufl. 1808), Fet-Clofo (Halle w1803), Gesammelte Erzählungeno (4 Bde., Lpz. 1802—9), Federzeichnungen von Ernst Scherzere (Halle 1805), „Ischarioth Kralls Lehren und Thateno (Halle 1806). Nachdem E. nach seines Freundes Schiff Tode die Rengersche Buchhandlung in Halle übernommen, gab er unter anderm mit Lafontaine die Monatsschrift KSalinas (8 Bde., Halle 1812—16) heraus und übernahm nach Vaters Tode die Redaction von dessen Jahrbuch der häuslichen Andachto. Im J. 1835 verkaufte E. seine Buchhandlung und lebte auf einem Landhaus bei Giebichenstein. Eine Reise nach Italien gab ihm Veranlassung zu dem Werke Italien, wie es mir erschienen isto (2 Bde., Halle 1839), wobei er es auf eine Widerlegung von Nicolais „Italien, wie es wirklich isto abgesehen hatte. Aus Hamburg, wohin er 1842 gezogen war, durch den Brand bald vertrieben, ließ er sich in Dresden nieder, wo er 13. Mai 1845 starb. Ers litterarischer Ruf gründet sich auf (Hannchen und die Küchlein» (Halle 1822; 25. Aufl., Opz. 1875), ein Idyll, das in viele Sprachen übersetzt worden ist. Eine größere Dichtung in Hexametern ist Der erste Mensch und die Erdey (Halle 1828; 2. Aufl. 1834). Ausgaben seiner Vermischten Gedichter (2 Bde., Halle 1833) und seiner (Gesammelten auteler (20 Bde., Halle w1830) hat E. selbst veranstaltet. Später gab er noch (Blicke in Tiedges und Elisas Leben (Berl. 1844) heraus.