Eberhard III., Herzog von Württemberg 1628—74, Sohn des 1628 verstorbenen Herzogs Johann Friedrich, geb. 1614, stand w1628—33 unter der Vormundschaft seiner Oheime Ludwig Friedrich und Julius Friedrich und übernahm 1633 die Regierung des durch das Restitutionsedikt und durch die Einfälle der Kaiserlichen schwer bedrückten Landes. Er trat dem von dem schwed. Kanzler Orenstierna unter Mitwirkung Frankreichs 1633 abgeschlossenen Heilbronner Bunde bei und schickte den Generalen Bernhard von Weimar und Horn einige Regimenter zur Verstärkung. Aber jene wurden 1634 von den Kaiserlichen bei Nördlingen vollständig geschlagen, und die Sieger fielen plündernd und mordend über Württemberg her. E. floh nach Straßburg; der Kaiser behandelte dessen Land als eroberte Provinz, ließ sich daselbst huldigen, setzte eine Statthalterschaft ein und teilte unter seine Günstlinge mit freigebigen Händen Herrschaften und Städte aus. Außer der Festung Hohentwiel, wo der treue Kommandant Wiederhold befehligte, blieb E. nichts mehr von seinem väterlichen Erbe übrig; sein Anerbieten, dem Prager Frieden beizutreten, wurde vom Kaiser zurückgewiesen. Erst 1638, nachdem er selbst nach Wien gereist war, wurde er wieder in sein Land eingesetzt, in welchem viele Städte verbrannt, die Felder verödet waren. Doch mußte er die kaiserl. Schenkungen anerkennen und die Ordensgeistlichen im Besitze der Klöster lassen. Zu den Friedensverhandlungen zu Münster und Osnabrück schickte er den Kanzler Burkard und den Geheimrat Varnbüler ab. Durch die energische Verwendung Schwedens uhern er 1648 sein ganzes Herzogtum mit allen frühern Rechten zurück. Die kaiserl. Schenkungen wurden für ungültig erklärt, die Klostergeistlichen mußten wieder Abhiehen. Dem auf Mazarins Betrieb und von mehrern geistlichen und weltlichen deutschen Fürsten mit Frankreich und Schweden abgeschlossenen Rheinischen Bundo, welcher die Aufrechthaltung der Bestimmungen des Westfälischen — zum Zweck hatte, trat E. bei. Zu dem folgenden Türkenkriege stellte er sein Reichskontingent und ließ die Württemberger unter dem Grafen von Hohenlohe zu dem kaiserl. Feldherrn Montecuculi stoßen, unter welchem sie 1664 ruhmvoll bei St. Gotthard (an der Raab) fochten. Der von Ludwig XIV. gegen Holland begonnene Krieg nötigte E. zu neuen Rüstungen. Bevor sein Land neuen Bedrückungen ausgesetzt wurde, starb E. 3. Juli 1674, die Regierung seinem Sohne Wilhelm Ludwig überlassend.