FeedEbert (Friedr. Adolf)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ebert (Friedr. Adolf), einer der vorzüglichsten Bibliothekare und Bibliographen der neuern Zeit, geb. 9. Juli 1791 zu Taucha bei Leipzig, verdankte dem Unterrichte seines Vaters, der als Prediger am Georgenhause zu Leipzig 1807 starb, und dem Besuche der leipziger Nikolaischule die erste Bildung. Seine durch die väterliche Bibliothek geweckte Liebe zur Litteratur- und Bücherkunde entwickelte sich, als er von 1806 an einige Xei lang Amanuensis des Unterbibliothekars der leipziger Ratsbibliothek war. Seit 1808 studierte er zu Leipzig und dann kurze Zeit zu Wittenberg Theologie, wendete sich aber später vorzugsweise den histor. Studien beteiligte sich 1813 an der Reorganisation der leipziger Universitätsbibliothek und wurde hierauf 1814 Sekretär an der königl. öffentlichen Bibliothek zu Dresden. In dieser Stellung schrieb er unter anderm «F. Taubmanns Leben und Verdiensten (Eisenberg 1814), «Torquato Tasso nach Ginguens dargestellt, mit ausführlichen Ausgabenverzeichnissen begleitete (Lpz. 1819), Die Rildung des Bibliothekarso (Lpz. 1820) und «„Geschichte und Beschreibung der königl. öffentlichen Bibliothek zu Dresdeno (Lpz. 1822). Die wWliche haltigkeit der dresdener Bibliothek und gründliche Vorstudien gaben ihm auch den Mut, sich an ein „Allgemeines bibliogr. Lexikono (2 Bde., Lpz. 1821 —30) zu wagen. Obgleich das Werk der erste Versuch dieser Art in Deutschland war, ist doch selbst von seinen Gegnern anerkannt worden, daß er die ausländischen Muster weit übertroffen hat. E. wurde 1823 herzoglich braunschw. Bibliothekar in Wolfenbüttel, aber bereits im April 1825 als Bibliothekar nach Dresden zurückherufen, einige Monate darauf zugleich zum Privatbibliothekar des Königs und 1828 zum Oberbibliothekar ernannt. Wie in Wolfenbüttel, so war er auch wieder in Dresden litterarisch sehr nan In dieser Zeit erschienen von ihm: 4„Zur Handschriftenkunde » (2 Bde., Lpz. 1825—27), Kulturperioden des obersächs. Mittelalterso (Dresd. 1825), alüberlieferungen zur Geschichte, Litteratur und Kunst der Vor- und Mitwelto (Bd. 1 und 2, St. 1, Dresd. 1825 —26) und viele Beiträge zu Zeitschriften und encyklopäd. Werken. E. starb 13. Nov. 1834.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 712Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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