FeedEbers (Georg Mor.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ebers (Georg Mor.), Agyptologe und beliebter Romanschriftsteller, geb. 1. Marz 1837 zu Berlin, erhielt seinen ersten Unterricht in der Erziehungsanstalt zu Keilhau in Thüringen, besuchte dann die Gymnasien zu Kottbus und Quedlinburg und widmete sich seit 1856 zu Göttingen dem Studium der Rechte, welches er jedoch 1858, da ihn eine Lähmung der Füße befallen hatte, mit dem der Philologie, der klassischen und orient. Altertumswissenschaft vertauschte. Seit 1859 lag er zu Berlin dem Studium der ägypt. Sprach⸗ und Altertumskunde fast ausschließlich ob. Von seiner langwierigen Krankheit vollkommen genesen, besuchte E. mehrere der größern europ. Museen und habilitierte sich dann 1865 — Jena, wo er seit 1868 als außerord. Professor Vorlesungen über altägypt. Grammatik, Geschichte und Denkmälerkunde hielt. Im J. 1869 unternahm er eine größere Reise über Spanien und Nordafrika nach Agypten, Nubien und dem Peträischen Arabien, von welcher er nach vierzehnmonatlicher Abwesenheit nach Deutschland zurückkehrte, um 1870 einem Rufe als Professor für das Fach der ägypt. Sprache und Altertumskunde an die Universität Leipzig Folge zu leisten. Den Winter 1872—73 verlebte er wiederum in Agypten und fand dort außer wichtigen neuen Inschriften den mediz. Papyrus, welcher seinen Namen trägt. Von gelehrten Arbeiten gab E. heraus: DDisquisitiones de dynastia vicesima sexta regum aegyptiorumo (Berl. 1865), «Agypten und die Bücher Moses. Sachlicher Kommentar zu Genesis und Exoduso (Bd. 1, Lpz. 1868), Durch Gosen zum Sinai. Aus dem Wanderbuche und der Bibliotheko (Epz. 1872; 2. Aufl. 1881), Kliber das altägypt. Schriftsystemv in der Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vorträges (herausg. von Virchow und von Holtzendorff, 2. Aufl. 1875). Sein eigentliches Hauptwerk ist Papyrus Ebers, konserviert in der Universitätsbibliothek zu Leipzig. Ein hieratisches Handbuch altägypt. Arzneikunde v Bde., Lpz. 1875). Sein erster Roman: «Eine ägypt. Königstochtero (3 Bde., Stuttg. 1864; 11. Aufl. 1883), sucht das Leben der Agypter zur Zeit ihrer Unterjochung durch die Perser zu schildern. Das Werk fand allgemeinen Beifall und wurde ins Holländische, Englische, Französische, Russische u. s. w., im ganzen in 14 Sprachen übersetzt. Ebenfalls auf ägypt. Boden spielen die Romane «Uarday (3 Bde., Stuttg. 1877; 9. Aufl. 1881), Homo sum (1.—4. Aufl., Stuttg. 1878), „Die Schwesterno (Stuttg. 1880; 14. Aufl 1883) und „Der Kaisero (2 Bde., Stuttg. 1881). Außerdem schrieb C. noch: «Eine Frage, Idyllo (Stuttg. 1881), und die Romane: „Die Wont Burgemeisterin v (Stuttg. 1882) und 4 Ein Worto (Stuttg. 1883); auch lieferte er den Text zu dem Prachtwerke Agypten in Bild und Worte (2 Bde., Stuttg. 1878—9) und gibt mit H. Guthe das illustrierte Werk Palästina » (Stuttg.) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 709Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 7

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6