Eduard II., König von England, 1307—27, der Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. 25. April 1284 zu Carnarvon, führte als Kronprinz zuerst den Titel eines Prinzen von Wales. Träge und vergnügungssüchtig, gab er gegen den Rat seines Vaters die Unterwerfung der Schotten auf. Auch rief er seinen verbannten Günstling, Piers von Gaveston, aus Guienne zurück, was wiederholte Empörungen der eifersüchtigen Großen G Folge hatte. Erst 1313, nach Ermordung Gavestons, kam eine Aussöhnung zu Stande. Jetzt endlich wendete er sich gegen die Schotten, wurde aber 24. Juni 1314 bei Stirling von Bruce geschlagen; ebenso wenig wollte es ihm im Kampfe mit den Schotten um das zerrüttete Irland glücken. Von innern Händeln bedroht, mußte er mit Bruce 1322 einen Waffenstillstand schließen, der dem Frieden gleichkam. Der Adel nämlich erhob sich wieder gegen die königl. Macht, wurde aber diesmal noch bezwungen. Kaum war der Streit ausgeglichen, als C.s Schwager, König Karl IV. von Frankreich, der Huldigung wegen Zwist anfing und E.s Gemahlin Isabella unterstützte, welche in Guienne die unzufriedenen engl. Großen um sich sammelte, unter welchen auch E.s jüngerer Bruder Edmund von Kent war. Mit diesem, mit ihrem Vertrauten Roger Mortimer und vielen andern landete sie 1326 in England, um angeblich den Günstling Hugo Spencer mit Gewalt zu stürzen. Nachdem man den König festgenommen, wurde derselbe im Jan. 1327 durch einen Parlamentsbeschluß der Krone beraubt und 27. Sept. desselben Jahres zu Berkeley-Castle ermordet.