Egge (lat. Occa), nach dem Pfluge das wichtigste Werkzeug der Landwirtschaft, das gewöhnlich aus einem Gestell mit senkrecht oder schräg eingesetzten Zinken besteht, welche den Boden aufreißen, zerkrümeln, lockern und reinigen. Ohne die Arbeit der rE., welche derjenigen des Rechens beim Gartenbau „entspricht, kann kein vollkommener Ackerbau gedacht werden. Es gibt eine große Anzahl von in der Konestruktion gänzlich verschiedenen E. Die gewöhnliche eForm derselben ist das Viereck, namentlich das Quadrat. Rhombische E. sind ebenfalls nicht selten; „manche haben auch die Form von Paralleltrapezen. Dreieckige finden sich häufig, seltener sechs⸗ oder nmehreckige. Manche vereinen mehrere dieser deun 3men, andere weichen gänzlich davon ab und nähern sich z. B. der Gestalt der Walze, wie die norwegische, Mortons rotierende E. Eigentümlich sind die in neuester Zeit eingeführte amerik. Rundegge, ferner die Ketteneggen, Mooseggen, Gliedereggen u. s. w., welche größtenteils ganz aus Eisen angefertigt werden. Außer nach der Gestalt ihres Rahmens teilt man auch die E. ein in einfache, gegliederte und mehrfache. Die beiden letzten Arten bestehen aus Verbindungen von zwei oder mehrern C. miteinander, wodurch die Wirksamkeit der Gen ind die sehr erhöht wird. Unter den mehrfachen sind die engl. eisernen Zickzackeggen die bekanntesten. Dorneggen nennt man mit Dornreisig durchflochtene Saapeg⸗ zum Unterbringen feiner Sämereien. Waldeggen wendet der nicht zw an; sie sind klein und rund, damit sie sich nicht zwischen die Bäume klemmen. Eine besondere Art sind die Messereggen oder Skarifikatoren, eine andere die Furcheneggen oder Igel, zur Bearbeitung der Zwischenräume der Reihenfrüchte. Die Zwecke, welche man durch die Anwendung der E. zu erreichen sucht, sind: Ebnung und Mischung der Ackerkrume, Vorbereitung des Bodens zur Saat, Aufreißen der festen Ackerdecke, Vertilgung der Unkräuter, Entfernung von kulturhinderlichen Gegenständen, Unterbringen des Saatguts, Aufreißen von Klee, Luzerne, Wiesen, Weizen u. s. w. zum Behuf der Verjüngung. Die E. werden durch ihr eigenes Gewicht in den Boden gedrückt; ihr Tiefgang richtet sich also nach der eigenen Schwere, nach der Beschaffenheit des Bodens und nach der Form der Eggenzähne. Da die Widerstände, welche die E. bei dem fast immer durch Pferde bewirkten Fortbewegen im Boden findet, örtlich beständig wechseln, so macht die E. eine schlängelnde Bewegung, was eine vollkommenere Zerkleinerung der Haftliche zur Folge hat. (S. Tafel: Landwirtschaftliche Geräte.) Die E. war den Agyptern und Juden bekannt, nicht aber den Griechen, die nur Harken zum Unterbringen des Samens benutzten. Die Römer besaßen dagegen mehrere Arten E. Vgl. Fritz, «HHandbuch der landwirtschaftlichen Maschinend (Berl. 1880); Perels, «Handbuch des landwirtschaftlichen Maschinenwesenso (2. Aufl., Jena 1880); Wüst, „Landwirtschaftliche Maschinenkunder (Berl. 1881). 7 Gebirgszug in Westfalen, eigentlich das östliche Randgebirge des Plateaus von Paderborn, reicht von der Diemel nach N. bis zum Berge Völmerstod, verbindet die Waldeckschen Höhen mit dem Lippeschen (Teutoburger) Walde und ist fast ganz bewaldet. Der Völmerstod hat 464 m, die Hausheide 445, der Hohe Lau bei Oisdorf 431, der Burgberg bei Borlinghausen 435, der Ort Marhof 434, die Bürgerheide bei Driburg 435, der Schneefelder Berg bei Blankenrode 431, die Karlsschanze bei Willebadessen 425 m Höhe.