FeedEidsvold
VerkehrBrockhaus 1882

Eidsvold, Kirchspiel (cherredo) in Norwegen, zur Vogtei Svre Romerige im Amte Akershus gehörig, erstreckt sich zu beiden Seiten des südl. Endes des Landsees Mjösen und der dem Glommen zufließenden Vormen-Elv und zählt auf 336 qkm 7460 E. Der Pfarrhof nebst der Kirche liegt an der Einmündung der And-Elv in die Vormen-Elv. Im 18. Jahrh. bestand hier ein bedeutendes Eisenwerk, dessen Produttion im 19. Jahrh. jedoch so in Abnahme kam, daß es 1820 ganz aufhörte. Dasselbe gehörte dem Staatsrat Karsten Anker, in dessen geräumigem hölzernen Wohnhause 10. April bis 20. Mai 1814 die erste konstituierende Reichsversammlung Norwegens gehalten wurde, welche das noch jetzt bestehende freisinnige norweg. Grundgesetz annahm. Das Gebäude nebst zugehörigem Garten wurde späterhin durch Subskription angekauft und dem Staate geschenkt, der das Ganze zur CErinnerung an die erwähnte Begebenheit einrichten und das Haus mit den Bildnissen der bei der Reichsversammlung thätigen Repräsentanten (der sog. Eidsvoldsmänner) schmücken ließ. Bei dem Orte Eidsvoldsbakken, Station der Eisenbahn Kristiania-Drontheim, beginnt die durch Kunst ermöglichte Schiffbarkeit des Vormen, sodaß zwischen E. und Lillehammer (am nördl. Ende des Sees Mjösen) regelmäßige Dampfschiffahrt besteht. Bei Eidsvoldsbakken befindet sich auch eine eisenhaltige Quelle, die seit 1840 stark als Bad benutzt und nach dem berühmten norweg. Dichter die Henrik-Wergelands-Quelle genannt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 812Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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