Einhard (von Zeitgenossen auch Eginhard Katls d bekannt insbesondere als Biograph karls d. Gr., geb. um 770 im ostfränk. Maingau, wurde wegen seiner Fähigkeiten vom Abt zu Fulda an den Hof Karls d. Gr. geschickt, wo er den Unterricht des Aleuinus genoß. Mit besonderm Talent für Technik begabt, welches ihm in der Hofschule den Namen Beseleel, des Erbauers der Stiftshütte, eintrug, stand er bei dem Kaiser in hoher Gunst. Zu den unter seiner Aufsicht wenn auch nicht begonnenen, doch größtenteils ausgeführten Bauten gehören die Brücke zu Mainz, die kaiserl. Pfalzen zu Ingelheim und Aachen und die Basilika in der letztern Stadt. Er war der stete Begleiter des Kaisers auf allen seinen Zügen und Reisen, und nur einmal trennte er sich von ihm, als er 806 im kaiserl. Auftrage sich zu Papst Les begab. Nach dem Tode Karls d. Gr. wurde er des Parteigetriebes am Hofe Ludwigs bald müde, obschon er von diesem mit gleichem Vertrauen beehrt wurde. Daher erbat er sich von demselben die einsam im Odenwald gelegene Villa Michelstadt, wo er, nachdem er sich aus Rom kostbare Reliquien verschafft, eine Abtei gründen wollte, die er aber nach Mühlheim am Main verlegte, welches später den Namen Seligenstadt erhielt. No 830 versuchte er vergeblich den Frieden in der kaiserl. Familie herzustellen; 836 verlor er seine Gemahlin Imma, 14. März 840 starb er selbst. Obgleich ihm nach der Sitte der Zeit mehrere große Klöster als Abt anvertraut waren, scheint er doch niemals Geistlicher geworden zu sein. Ein viel später verfertigter Sarkophag ist aus der die in Seligenstadt nach Schloß Erbach gebracht; die Grafen von Erbach leiten ohne irgendeinen Beweis ihren Ursprung von E. her. Ers von wärmster Verehrung für den großen Kaiser erfüllte Vita Caroli Magnio Dunduun vor 820) ist, sowohl was Anlage und Behandlung als was Sprache und Ausdruck betrifft, unstreitig das bedeutendste histor. Werk der biographischen Gattung im Mittelalter; es hat rasch große Verbreitung gefunden und ist unendlich oft gedruckt und übersetzt worden. Die besten Ausgaben besorgten Pertz in den „Monumenta Germaniae historica (Bd. 2), Ph. Jaffé (1867; 2. Ausg. 1876) und Holder (1882). Eine gute deutsche übersetzung gab O. Abel (Berl. 1850). Ein zweites Geschichtswerk, welches ihm früher allgemein Heichs obn wurde, die Annalen des Fränkischen Reichs von 741 bis 829, scheint ihm jetzt mit Recht abgesprochen zu werben; sie sind bis 788 eine überarbeitung der alten Lorscher Annalen und gewähren von da an eine gleichzeitig mit Nal Klarheit zusammengefaßte Zeitgeschichte. (Vgl. Pertz, Monumenta Germaniae historica o, Bd. 1, überseht von O. Abel, Berl. 1850.) Auch die Sammlung seiner Briefe, welche aber erst nach Karls d. Gr. Tode beginnt, ist lehrreich (neue Ausg. von Jaffe in Bibliotheca rerum Germanicarumo, Bd. 4, Berl. 1867). Sehr charakteristisch für E. und seine Zeit ist seine Geschichte der übertragung der Gebeine der Heiligen Marcellinus und Petrus von Rom nach Seligenstadt, in der Gesamtausgabe seiner Werke mit franz. übersetzung von Teulet (2 Bde., Par. 1840—43). Die Sage von Eginhard und Emma, der angeblichen Tochter Karls d. Gr., ist ganz albert 1 vermutlich durch Verwechselung mit Angilbert (s. d.) entstanden. Sie findet sich in der Lorscher Chronik des 12. Jahrh. und ist mehrfach poetisch bearbeitet, unter andern von Fouqus im Roman «Eginhard und Emmas und von Auber in der Oper „Der Schneey. Auch der Pegnitschäfer Omeis schrieb unter dem Namen Damon „Die in Eginhard verliebte Eemmar (Nürnb. 1680). Ciuheit 88. Krankheit, s. Endemie. Einheit bezeichnet teils die Einzigkeit oder E. der Zahl (z. B. die E. Gottes im Gegensatz des Polytheismus), teils die innere Zusammengehörigkeit der Teile eines Ganzen. Die logische E. ist übereinstimmung der Gedanken. So redet man von der E. des chhiffs, d. h. von der Zusammenstimmung seiner Merkmale in der Gesamtvorstellung, die er bezeichnet; von der E. eines Systems u. . w. Die ästhetische E. ist die übereinstimmung der Teile eines Werks, d. h. ihre wechselseitige Bestimmung durch einander zu einem durch dieses gegenseitige Verhältnis gefallenden Ganzen. Sie darf daher keinem Kunstwerke fehlen. Dagegen hat die Lehre der Alten von den drei dramatischen C. zu vielerlei Mißverständnissen Anlaß gegeben, indem besonders die franz. Asthetiker vom Drama außer der E. der Handlung, die sich von selbst versteht, auch die E. der Zeit und des Ortes forderten, ohne zu bedenken, daß, insoweit die Alten diefelbe in ihren Dramen beobachteten, dies von der Einrichtung ihrer Bühne abhing. Aber selbst die Alten beobachteten diese Regel nicht immer, und die jetzige beweglichere Bühneneinrichtung erlaubt, wenn auch nicht zum Vorteil plasticher Abrundung doch gewiß zu Gunsten gründlicher psychologischer Entwickelung und mannigfaltigerer Charakteristit, ein freieres Spiel mit Ort und Zeit, wobei nur die zu bunte Willkür verwerflich erscheint.