Elektricität (atmosphärische, Luftelektricität). Die Itden 5 Natur des in der Atmosphäre auftretenden Blitzes (s. d.) sowie des Gewitters (s. d.) wurde zuerst von Wall geahnt (1708) und dann von Franklin bestimmt erkannt und nachgewiesen (1747—53). Mittels Elektroskope (s. d.), deren Taeeianeter Weis in die Luft emporragen oder in geeigneter Weise (3. B. durch Winddrachen, Schleuder u. dgl. m.) 9ehoben werden, hat sich ergeben, daß die gewöhnlichen Wolken fast immer negativ, Gewitterwolken hingegen bald positiv, bald negativ elektrisch sind. Am meisten freie E. besitzen die Gewitterwolken, durch deren Entladung der Blitz entsteht. Nicht nur zur Gewitterszeit, sondern auch bei heiterm Himmel zeigt sich mittels gehobener, sehr empfindlicher Elektroskope, daß die Luft in ihren obern Schichten jederzeit freie, in der Regel positive E. besitzt, und zwar in größern Höhen mehr als in kleinern. Durch andere elektroskopische Versuche hat man erfahren, daß auch die untern Luftschichten bei heiterer Luft, und selbst bei Nebel, fast immer positive E. besitzen; nur bei regnerischem Wetter zeigt sich negative E. Unelektrisch scheinen bloß die dem Erdboden nahen Luftschichten zu sein. Die atmosphärische E. ist im Winter stärker als im Sommer. Die Luftelektricität zeigt täglich ein Maximum am 25 Mart ein Minimum am Nachmittag. Ein zweites Maximum tritt gegen Abend, in zweites Minimum in der Nacht auf. Die Urachen der Gewitter⸗ und Luftelektricität sind noch nicht in genügender Weise bekannt. Wahrscheinlich wirken in beiden Fällen mit: die Verdampfung der Gewässer, die natürlichen chemischen Prozesse, die Vegetations⸗, Lebens⸗ und Verbrennungsprozesse, die rasche Kondensation der in der Luft enthaltenen Wasserdämpfe, die Reibung der Luft⸗ und Dampfteilchen der Winde, die wechselnde Temperatur in den obern Luftschichten. Weil die normale Luftelektricität in der Regel positiv erscheint, so nehmen einige Physiker (Peltier jun., Lamont, Thomson u. a.) an, daß die Oberfläche der Erde negativ elektrisch sei und im Zusammenhang damit die Atmosphäre positiv elektrisch. Über die Ursache dieses elektrischen Gegensatzes sind jedoch jene Physiker verschiedener Ansicht. Dagegen sind sie darin einig, daß die negative E. der Erdoberfläche gewöhnlich nicht hervortrete, weil alle Gegenstände der Umgebung die negative E. in gleichem Grade besitzen. Erst mit der Erhebung der Elektroskope über die Umgebung werde zuerst die negative E. durch die positive E. der Atmosphäre neutralisiert, worauf dann in größern Höhen die positive E. der Luft zur Anzeige gelangen könne. Die atmosphärische C. gehört zu den Erscheinungen der Elektrometeore (s. d.).—