FeedEl-Goléa
ErdkundeBrockhaus 1882

El-Goléa, d. h. die kleine Festung, Oase in der alger. Sahara, 357 km südlich von Laghuat, etwa 350 Km im SW. von Wargla, 300 EKmeim SSW. von Methlili, auf der direkten Verbindungslinie zwischen den Beni-Mzab und Wargla einerseits, und dem Tuat und Timbuktu andererseits, in 402m Höhe. Der Ort besteht aus einer Oberstadt, welche befestigt ist und auf einem 60 m hohen Hügel aus Kalk⸗ und Thonfelsen liegt, und einer aus Steinhäusern und ausgegrabenen Grotten bestehenden Unterstadt. Die flachen Häuser sind mit Palmzweigen überdeckt, über welche eine Thonschicht gelegt ist. Die Zahl der Bewohner beträgt gegen 1500, meist Zenäta, Chamba oder Schaanba und Neger, welche die Gärten bearbeiten. Man kultiviert 16 000 Palmstämme, Fruchtbäume, Gerste und Weizen. E. ist ein alter Ort berberischen Ursprungs, anfangs von den Zenäta bewohnt; die danach folgenden Chamba sprechen arabisch. Duveyrier besuchte die Oase 1859 als erster Europäer. Der Ort ist seit 1861 französisch, aber erst 1872 sind die Franzosen dort eingezogen. Für die Karawanen aus dem nördl. und nordöstl. Algier nach dem Tuät oder Timbuktu ist der Ort eine wichtige Station.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 52Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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