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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Elias (hebr. Elija, d. i. Jahve ist mein Gott), einer der bedeutendsten Propheten im Reiche Israel, gebürtig von Thisbe im Stamme Naphthali, trat um 920 unter dem König Ahab auf. Er zeichnete sich als strenger Eiferer für Jahve und als Gegner des Baalskultus aus, welcher durch die Gemahlin des Königs, die phöniz. Prinzessin Isebel, in Israel eingeführt worden war, und mußte deshalb an den Bach Krith (wahrscheinlich Wadi Kelt in der Nähe Jerichos) und dann in das sidonische Städtchen Sarepta entweichen. Später erfolgte zwar die Vernichtung der Baalspropheten auf dem Karmelgebirge, allein die Wut Isebels zwang ihn aufs neue, nach Berseba in Judäa und von da in die arab. Wüste zu flüchten. Nach einiger Zeit nochmals zurückgekehrt, leitete er, um der Jahvepartei die Oberhand zu verschaffen, gegen die Könige von Syrien und Jsrael eine Verschwörung ein, welches Unternehmen sein Schüler und Nachfolger Elisa später ausführte. Auch gegen den König Ahasja, den Sohn und Nachfolger Ahabs, eiferte C. und verkündete ihm nahen Tod. Hochbetagt zog er sich mit Elisa in die Wüste zurück, teilte, näch dem Berichte, beim Übergange über den —.— — die Fluten desselben durch seinen Mantel und wurde dann vor den Augen seines Schülers unter Sturm und Ungewitter gen Himmel geführt. Eine prophetische Schrift hat er nicht hinterlassen. Unter den Juden zu Jesu Zeit herrschte die Meinung, vor dem Erscheinen des Messias werde E. zurückkommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 52Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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