Empfindsamkeit heißt eine starke Erregbarkeit durch Empfindungen von rührender Art, besonders wenn man dieselben geflissentlich sucht, sie gern zeigt und in ihnen schwelgt. Weil in der letzten Hälfte des 18. Jahrh. durch den damaligen Zustand der Litteratur eine solche Gemütsart genährt wurde, so pflegt man diese Zeit als die empfindsame (sentimentale) Periode zu bezeichnen. Damals galt Empfindsamkeit für das Lob einer schönen Seele. Campes Schrift «über E. und Empfindelei⸗ (Braunschw. 1779) behandelt diesen Gegenstand in pädagogischer Hinsicht.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 109Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei