FeedEngelhart (Joh. Friedr. Philipp)
NaturlehreBrockhaus 1882

Engelhart (Joh. Friedr. Philipp), Chemiker, W 16. Febr. 1797 in dem württemb. Pfarrdorfe ildenstein bei Crailsheim, besuchte 1810—11 das Realinstitut zu Iundech und trat dann in eine dortige Material- und Drogueriewarenhandlung als Lehrling ein. Während seines nürnberger Aufenthalts verwandte er seine freie Zeit auf die Fortsetzung der bei seinem Vater begonnenen Gymnasialstudien, sodaß er im Herbst 1820 die Universität in den Aul beziehen konnte. Nach einem zweijährigen Aufenthalt dortselbst wurde er Hauslehrer bei dem Inhaber einer bedeutenden chem. Fabrik, dessen Sohn er 1823 auf die Universität Göttingen begleitete, wo E. später Assistent des Prof. Stromeyer wurde. Hier löste er 1825 die von der mediz. Fakultät gegebene Preisfrage über das Färbende im Blute durch die Abhandlung De vera materiae sanguini purpureum colorem impertinentis naturav. Mit Stipendien aus der Staatskasse und städtischen Fonds unterstützt, ing E. nun nach München, um unter Hofrat Vogels Leitung sechs Monate lang in dem chem. Laboratorium der königl. Akademie der Wissenschaften thätig zu sein; 1826 wandte er sich nach Stockholm, wo er bei Berzelius als Assistent eintrat. Im J. 1827 ging E. über Dänemark und die Niederlande nach Paris, wo er bald zur vertrauten Bekanntschaft mit den berühmten Chemikern Dumas und D'Arcet Hewar Erst 1829 kehrte er nach Nürnberg zurück, wo er die Lehrstelle der Chemie und Physik an der dortigen Polytechnischen Schule antrat. Er starb 9. Juni 1837.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 137Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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