Ennius (Quintus), einer der ältesten röm. Dichter, war zu Rudiä im alten Calabrien, der heutigen Provinz Lecce (früher Terra d'Otranto) 239 v. Chr. geboren. Er that Kriegsdienste, wurde in Sardinien mit dem ältern Cato bekannt und kam mit diesem nach Rom, wo er bald die Freundschaft der angesehensten Männer, unter andern des Scipio Africanus des Altern, gewann und das röm. Bürgerrecht erlangte. Er starb um 169 v. Chr. E. war ein vielseitiger Dichter und vertraut mit der griech. Sprache und Litteratur. Er hat sich, teils selbständig, teils griech. Meistern folgend, in allen Gattungen der Poesie und Prosa versucht. Man hatte von ihm Tragödien und Komödien, auch führte er den Ausdruck Satire, aber im Sinne einer Sammlun vermischter Gedichte, nicht in dem spätern, no Richt geläufigen, in die röm. Litteratur ein. Vieleicht waren Teile dieser Sammlung einige Gedichte, von denen Titel und Fragmente erhalten sind, wie die «Heduphagetica (gastronomischen Inhalts), der (Epicharmus », ein naturphilos. Lehrgedicht, in dem pythagoreis ce Weisheit vorgetragen wurde, der „Euhemerus», in dem das Werk des Cyrenaikers Euhemerus (s. d.) über die Götter überarbeitet und auf italische Mythen ausgedehnt war. Während E. als Komödiendichter nicht glücklich war, gehören St Tragödien (größtenteils Bearbeitungen von Stücken des CEuripides) zu seinen bedeutendsten Leistungen. Sein Hauptwerk aber, „das seinen Ruhm vorzugsweise begründete, waren „die Annaleso, ein Epos in 18 Büchern, in dem er die Geschichte Roms von der Gründung der Stadt Jbis auf 1 Zeit herab poetisch verherrlichte. Mit allen seinen Werken, die bis zum Verfall des Römischen Reichs viel gelesen wurden, wirkte E. schöpferisch und bahnbrechend auf dem Boden der röm. Sprache und Poesie. Wenn auch Sprache und Vers (er führte den Hexameter in die röm. Dichtung ein) bei ihm trotz seines ungewöhnlichen Formtalents noch nicht die spätere Eleganz haben konnten, so werden diese Mängel durch die Kraft seines Ausdrucks und das Feuer seiner Sprache ausgeglichen. Die zahlreichen Bruchstüce, die von des E. verschiedenen Werken noch erhalten sind, wurden mehrfach gesammelt, am besten von Vahlen (Ennianae poesis reliquiaen, Lpz. 1854). Die Reste seiner dramatischen Dichtungen hat Ribbeck in seine «Scenicae Romanorum poesis fragmenta v (2. Aufl., 2 Bde. Lpz. 1871—73) aufgenommen. Vgl. Ribbeck, Sie röm. Tragödie im Zeitalter der Republiko (Lpz. 1875). Eunodius (Magnus Felir), ein wegen seiner klassischen Bildung in seiner Zeit hochgeschätzter Bischof von Pavia, gallischer Abkunft, lebte 473—521 n. Chr. und schrieb (von seiner theol. Thätigkeit ab-Bucher in lat. Sprache außer einer Anzahl in zwei ücher geteilter epigrammatischer, beschreibender und geistlicher Gedichte (um 507 n. Chr.), Briefe (Sammlung von 297 Briefen in 9 Büchern, vor 510 n. Chr. verfaßt) und einen in schwülstiger Sprache verfaßten Panegyrikus auf Theodorich „Gr., der in Mansos Geschichte des Ostgotischen Reichsv (Bresl. 1824) abgedruckt ist. Seine sämtlichen Werke wurden namentlich von Sirmond (Par. 16110 in Mignes Patrologie latines (Bd. 63) und von Hartel (Wien 1882) herausgegeben. Vgl. Fertig, «E. und seine Zeite (Pass. 1855). Euns oder Ens, Nebenfluß der Donau in Esterreich, entspringt im Kronlande Salzburg am Nordfuß des Radstätter Tauern und tritt bei dem Mandlingpaß in Steiermark ein. Bei Altenmarkt oberhalb Radstatt hat der Strom eine ostnordöstl. Eoresn angenommen, die er auf 105 Em weit, ein pittoreskes Längenthal bildend, beibehält, bis er bei Hieflau plötzlich nach Norden umbiegt und dann unterhalb des Fleckens Altenmarkt in Oberösterreich eintritt. Hier bespült er die Stadt Steier und mündet 22 km unterhalb derselben bei der Stadt Enns rechts in die Donau. Von Radstatt bis zur Mündung der E. in die Donau zieht an ihren Ufern eine Eisenbahn. Die E. ist 203 km lang, wird bei Hieflau, nachdem sie eine 13 kKmlange Enge (das Gesäufe) brausend durchströmt, schifbar und nimmt rechts in Steiermark zwischen Hieflau und Altenmarkt die Salza und links in Oberösterreich bei Steier die Steier auf. Der Fluß bildet unterhalb Steier die Grenze zwischen Nieder- und Ober-Cuns 1⸗ weshalb ersteres auch Land unter der