FeedThausing (Moritz)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Thausing (Moritz), Kunstschriftsteller, geb. 3. Juni 1838 auf Schloß Tschischkowitz bei Leitmeritz in Böhmen, studierte in Prag, München und Wien, anfangs in der Absicht, sich der Germanistik zu widmen. Er veröffentlichte auch in Pfeiffers Germanias und in der «Esterr. Wochenschrift 1861 und 1864 seine Nibelungenstudien und anderes, wendete sich dann aber, besonders durch Eitelberger angeregt, dem Studium der Kunstgeschichte zu. Er wurde 1864 Bibliothekar, 1868 Direktor des Handzeichnungen- und Kupferstichkabinetts des Erzherzogs Albrecht (Albertina) in Wien, 1873 Professor der Kunstgeschichte an der Universität. Seither entfaltete er eine fruchtbare litterarische Thätigkeit teils streng wissenschaftlicher, teils aber scharf polemischer Natur, welch letztere ihn vielfach in Unannehmlichkeiten verwickelte. Ein vielfach grundlegendes Werk ist seine Monographie «Dürer, Geschichte seines Lebens und seiner Kunsto (2. Aufl., Lpz. 1884), seine bedeutendste Leistung. Zuletzt verfiel er in Geistesstörung und starb durch einen Sturz in die Elbe in Aussig Mitte August 1884.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 600Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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