FeedEnstatit
NaturlehreBrockhaus 1882

Enstatit (von Lordrue, Widersacher, wegen seiner Unschmelzbarkeit vor dem Lötrohr) ist ein dem rhombischen System angehöriges Glied der Mineralfamilie des Augits (s. d.), dessen vorderer Prismenwinkel 91² 44 mißt; die säulenförmigen Krystalle sind entweder durch das Grundprisma oder die beiden vertikalen Pinakoide begrenzt, oben durch zahlreiche Flächen flach gerundet, oft quer zerbrochen, vielfach mehr oder weniger in eine serpentinähnliche oder specksteinartige Masse umgewandelt. Der E. ist farblos, gräulichweiß, gelblich oder grünlich, von der Härte 5 und dem spezi-Iichen Gewicht 3,2. Chemisch besteht er aus dem 40 Wagnenaß Mg Si O, mit 60 Kieselsäure und 40 Magnesia, von welcher gewöhnlich ein ganz kleiner Teil durch Eisenoxydul vertreten ist. Säuren sind ohne jede Einwirkung. Dieses Mineral ist erst seit 1855 bekannt, als Kenngott es im Serpentin des Berges Zdjar bei Aloisthal in Mähren entdeckte; seitdem ist es sehr häufig gefunden worden, im Schillerfels von der Baste am Harz, im Lherzolith der Pyrenäen, in sehr zahlreichen andern olivinhaltigen Gesteinen, in Gabbros, Serpentinen, au Melaphyren, Andesiten, vielfach nur in mikroskopischer Kleinheit. Riesige, über 40 em lange, bis 26 em breite Krystalle beherbergt die Apatitlagerstätte von Kjörrestad im norweg. Kirchspiel Bamle. Große Massen von fast reinem E. erscheinen am Slumkasberge im norweg. Amt Nordland. Sehr reiner E. Chladnit) ist auch als Gemengteil gewisser Meteorite (Meteorstein von Bishopville in Südcarolina, von Goalpara in Assam) erkannt worden, von derselben Krystallisation und Zusammensetzung wie der irdische.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 191Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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