Entropie nennt man nach Clausius denjenigen Teil der innern Energie eines Körpersystems, welcher sich nicht in Arbeit (s. d.) verwändeln läßt. Sadi Carnot stellte (1824) den wichtigen Satz auf, daß Wärme nur dann in Arbeit verwandelt wird, wenn sie eine Kabsteigenden Richtung hat, d. h. wenn sie von einem wärmern Körper zu einem kältern übergeht; sie gleicht in dieser Beziehung dem Wasser, welches nur dann Arbeit leisten kann, wenn es von einem höhern zu einem tiefern Ort zu fallen vermag. Wie beim herabfallenden Wasser nichts von demselben verloren geht, so meinte Carnot auch, es gehe beim Herabsinken der Wärme von dem höher zum tiefer temperierten Körper keine Wärme verloren. Erst Clausius stellte den Carnotschen Satz von der Arbeitsleistung der herabsinkenden Wärme dadurch richtig (1850), daß er aussprach, es gehe für jede geleistete Arbeitseinheit eine Runc. in Arb. Wärmemenge wegen ihrer Umwandlung in Arbeit als Wärme verloren. Clausius, Rankine und W. Thomson haben die Gesetze der Verwandlung der Wärme mathematisch abgeleitet und gefunden, daß nur dann die Wärme gänzlich in Arbeit umgewandelt werden könnte, wenn der abkühlende Körper die Temperatur des absoluten Nullpunktes, d. i. 273 Kältegrade C. besäße. Da dies niemals der Fall sein kann, so hat sich aus ihren Untersuchungen ergeben, daß bei jeder Verwandlung von Wärme in Arbeit nur ein kleiner Teil der «absteigendens Wärme in Arbeit sich verwandelt, während der größere Teil der Wärme als solche zu den kühlern Körpern hinabsinkt. Dagegen kann Arbeit, wie z. B. bei der Reibung, beim Zusammenstoßen unelastischer Körper, nahezu aer in Wärme umgewandelt werden, von welcher sich dann aber nur ein kleiner Teil wieder zu Arbeit umformen läßt. Wenn also die mechan. Arbeit so leicht und unter Umständen nahezu gänzlich in Wärme umsetzbar ist, die Zurückverwandlung in Wärme aber schwierig und nur zum kleinern Teil möglich ist, so folgt daraus, wie W. Thomson (1851) und Clausius (1865) gezeigt haben, daß die mechan. Energie des Weltalls von Tag zu Tag immer mehr in Wärme umgewandelt wird, welche sich nach allen Seiten hin verbreitet (nach Thomson zerstreuto) und dadurch die Temperaturunterschiede des Weltalls immer kleiner macht, indem nach Clausius (1850) die Wärme nicht von selbst von den kältern zu den wärmern Körpern übergehen kann. Man kann sich nun die gesamte Energie des Weltalls in zwei Teile zerlegt vorstellen, von welchen der eine bereits in Wärme transformiert und in kältern Körpern angesammelt ist, der andere aber als Wärme der höher temperierten Körper, ferner als mechanische, chemische, elektrische und magnetische Energie voranden ist. Dieser letzte Teil läßt sich noch in Areit umsetzen, der erste nicht. Jener nicht mehr in Arbeit umsetzbare Teil des Universums ist also dessen E. Und da der andere Teil der Gesamtenergie des Weltalls während der ktunftigen, unzählbaren Jahrmillionen, unter den und Metamort Verwandlungen, Umformungen und Metamorphosen, zuletzt als Wärme zu den kaltern Körpern übergehen muß, so sieht man, daß die E. des Universums immerfort zunimmt und nach Clausius einem Maximum zustrebto. Wird einst nach unangebbar langen Zeiten dieses Maximum erreicht sein, dann wird auch jeder Unterschied der Temperaturen im Universum ausgeglichen und also ewige alle im Weltall eingetreten sein. Sowie also einst alle Temperaturunterschiede ausgeglichen sein werden, also alle mechan. Bewegung und alles Leben im Weltall aufhören wird, so mußten auch vor Äonen, also vor unbegreiflich langen Zeiten, diese Temperaturunterschiede am größten gewesen sein, als die Welt anfing. Diese höchste Verallgemeinerung des Gesetzes von der Verwandlungsweise der Energien widerspricht nicht dem Satze von der Erhaltung der Gesamtenergie (s. unter Energie lphysikalisch!), denn sie ist ja zuletzt als im Gleichgewicht befindliche Wärme konstant vorhanden; es hätte sich nur die Verteilungsweise der Gesamtenergie vom Anfang bis zu Ende geändert, indem dieselbe auf einerlei Form (Wärme) gebracht und dabei nach allen Seiten gleichwertig verteilt, d. i. zerstreut werden würde. Englische Physiker, wie Tait, Maxwell u. a., nehmen das Wort E. im entgegengesetzten Sinne von dem hier angegebenen und bezeichnen damit den Teil der Gesamtenergie des Universums, welcher sich noch in Arbeit transformieren läßt; sie sagen daher, daß die E. einst Null werden wird, was mit dem obigen Endresultat übereinstimmt. Gegen letzteres hat sich mancher Widerspruch erhoben (Caspari, »Die Thomsonsche Hypot ese von der endlichen Temperaturausgleichung im eltallo, Stuttg. 1874). Man hat gefragt, ob das aus unsern irdischen Verhältnissen abgeleitete Gesetz bezügli der Verwandlung von Wärme in Arbeit und umgekehrt auch jetzt schon so verallgemeinert werden dürfe, um es ohne weiteres aufs Universum anzuwenden. Es wurde auch geltend gemacht, daß es nicht undenkbar sei, daß im unendlichen Weltall entgegengesetzte Prozesse abspielen, welche die E. und die daraus gezogene Folgerung vom esenlhhei Erlöschen der Arbeit aufheben. Nach dieser Meinung wäre die Welt ein Perpetuum-mobile (s. d.) oder ein konservatives System, d. i. ein solches, welches durch gewisse Prozesse aus seinem Anfangszustande in einen Endzustand gebracht, durch ie gleichen, aber entgegengesetzt gerichteten Prozesse wieder in den ursprünglichen Zustand chan. Ratutwerden könnte. Nach der heutigen mechan. Naturlehre ist kein Perpetuum⸗-mobile möglich, auch nicht als großartige Weltmaschine, während die Gegner der C. eine ewige mechan. Bewegung des Weltalls für möglich halten, indem sie sagen, die Welt durchlaufe nach uns noch nicht aufgedeckten Gesehen einen Kreisprozeß, d. i. eine Reihe von Veränderungen, welcher von einem gegebenen Zustande ausgeht und schließlich wieder zu demselben Zustande zurückkehrt, um denselben aufs neue zu beginnen, und so fort in Ewigkeit. Eutropium (grch.) ist die Einwärtskehrung des Lidrandes, wobei die Wimpern in steter Berührung mit dem Augapfel sind. Das höchst peinliche Leiden führt zu Entzündungen und Verschwärungen der Hornhaut, welche die Sehkraft dauernd schädigen. Das E. kann entstehen durch eine Verkürzung der dem Lidrande zunächst liegenden Fasern des Schließmuskels, die hauptsächlich während eines anhaltenden Lidkrampfes sich ausbildet, oder durch eine narbige Entartung des Lidknorpels und der seine Innenfläche bekleidenden Bindehaut nach Verbrennungen, Azungen oder tiefgreifenden Entzündungen der Lidinnenfläche. Das C. erfordert eine operative Beseitigung. (Stadt Antrim (si d.). Neagh, früherer Name der irländ.