FeedErkennen
NaturlehreBrockhaus 1882

Erkennen heißt etwas als das kennen, was es ist. Es unterscheidet sich vom bloßen Lim Dorert und Vorstellen durch die Beziehung auf ein Objekt der Erkenntnis, dessen Beschaffenheiten, Verhältnisse u. s. w. durch das Denken aufgefaßt und von andern unterschieden werden. Die Erkenntnis ist mit dem Anspruche auf Wahrheit verbunden, sie ist ein Fürwahrhalten dessen, was sie enthält. Erkenntnisbegriffe sind daher solche, welche mit diesem Anspruche, daß durch sie etwas erkannt werde, gedacht werden, z. B. der Begriff der Ursache, des Dinges, der Eigenschaft u. s. w. Je nach der Art des Fürwahrhaltens unterscheidet man beim E. das Meinen, Glauben, Wissen; je nach den Quellen, aus welchen wir Erkenntnisse gewinnen, unterscheidet man intuitive und diskursive Erkenntnisse. Intuitive Erkenntnisse sind solche, die wir unmittelbar durch die Anschauung gewinnen; diskursive Erkenntnisse sind solche, die ihren Grund in 11π und den daraus abgeleiteten Schlüssen haben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 294Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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